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Baumschutz in Ganderkesee Gemeinderat Ganderkesee kippt Schutz für 28 Bäume

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 21.09.2017, 23:20 Uhr

CDU, FDP und Freie Wähler haben sich im Gemeinderat Ganderkesee klar gegen Baumschutz ausgesprochen. Sie setzen auf den mündigen Bürger.

Im Rat der Gemeinde Ganderkesee ist am Donnerstagabend der mit viel Aufwand vorbereitete Versuch gescheitert, 28 Bäume auf fünf Privatgrundstücken besonders zu schützen. Mit knapper, aber stabiler Mehrheit ist fünfmal der von Fraktionssprecherin Marion Daniel formulierte FDP-Antrag durchgekommen, die Bäume nicht zu schützen. Die FDP-Unterstützer im Gemeinderat sind nicht genau zu identifizieren: Die CDU-Fraktionsvorsitzende Cindy Klüner hatte geheime Abstimmung beantragt.

Bäume in fünf Ortschaften

Zur Debatte standen acht Bäume auf zwei Grundstücken am Birkenweg in Rethorn, je sieben Bäume an der Nutzhorner Straße in Bookholzberg und im Kreuzungsbereich Zur Wassermühle/Neue Straße in Elmeloh und je einen Baum am Kehnmoorweg in Stenum und an der Hauptstraße in Falkenburg. Sie alle waren vorab als orts- und landschaftsbildprägend und wertvoll für die Natur eingestuft worden.

Grundsätze prallen aufeinander

Für Arnold Hansen (Freie Wähler) war das Paket von fünf Vorlagen zum Baumschutz „eine Orgie“, die dazu führen werde, dass keine Bäume mehr gepflanzt werden. Er betonte für die Freien Wähler wie Klüner für die CDU und Daniel für die FDP, Unterschutzstellungen würden grundsätzlich nicht unterstützt. Genauso klar plädierten Werner Brakmann (SPD) und Dr. Volker Schulz-Berendt (Grüne) für den Schutz besonderer Bäume. „Es gibt zu viele Bürger, die Bäume aus egoistischen Gründen einfach ummachen“, so Brakmann, „Laubfegen zum Beispiel und Beschattung.“ Schulz-Berendt nannte den Baumschutz „ein zentrales Element des Naturschutzes, des Landschaftsschutzes und des Klimaschutzes“.

Grüne entsetzt

Michael Sorg (Grüne) äußerte sein „Entsetzen“ über die Abstimmungsergebnisse und kündigte an, das Thema nun öffentlich breiter darstellen zu wollen. Die Abstimmungen stünden sogar gegen den Willen von Eigentümern. Öffentlichkeitsarbeit begrüßt auch seine FDP-Kontrahentin Daniel: „Wir müssen die Bürger permanent dafür sensibilisieren, wie wichtig Bäume sind.“ Klüner ergänzte: „Jeder Bürger ist mündig genug zu entscheiden, ob er einen Baum fällen oder stehen lassen will.“

„ <p>Jeder Bürger ist mündig genug zu entscheiden, ob er einen Baum fällen oder stehen lassen will.</p> “