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Bedrohung durch Vogelpestviren Kreis Oldenburg bereitet sich auf Seuchenausbruch vor

Von Thorsten Konkel, Thorsten Konkel | 07.11.2017, 21:25 Uhr

Landkreis Oldenburg/Ganderkesee. Der Landkreis Oldenburg bereitet sich aktuell auf den Ausbruch der Vogelpest vor: „Die Bedrohungslage ist hoch“, das hat Kreisveterinär Dr. Carsten Görner am Dienstag auf dk-Nachfrage erklärt.

Nach dem Befall von großen Geflügelbeständen mit der hoch ansteckenden Variante H5N8 in Norditalien, sowie der Infektion von Geflügel in Mecklenburg Vorpommern mit einer weiteren Variante, haben im Kreishaus und in der Ganderkeseer Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) die Vorbereitungen für eine Tierseuchenbeuchenbekämpfung begonnen.

Tödliche Vogelkrankheit

Die Gefahr, dass auch die tödliche Variante H5N8 in Deutschland wieder auftritt, halten auch die staatlichen Virus-Experten vom Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) für groß.

Experten: Bestände jetzt schützen

Sie raten dazu, Maßnahmen zum Schutz der Bestände zu treffen. Beim letzten Seuchenausbruch im November 2016 war der Vogelgrippe-Erreger vom aggressiven Typ H5N8 erstmals bei Wildvögeln in Schleswig-Holstein festgestellt worden. Zu Weihnachten 2016 hatte diese tödliche Variante kreisweit dann zuerst einen Dötlinger Betrieb heimgesucht. Die Erkrankungswelle wütete bis in den März hinein.

Zehntausende Stück Geflügel getötet

In ihrer Folge musste Zehntausende Stück Geflügel getötet werden. Die bundesweite Epidemie von 2016 war staatlichen Angaben zufolge der schlimmste jemals in Deutschland registrierte Ausbruch der Geflügelpest.

Pläne angepasst

Daraus habe man eine Menge gelernt, so Görner. „Wir sind vorbereitet“, beteuerte der Kreisveterinär. So seien ausführlichere Personalregelungen für den Ernstfall getroffen worden, der die Verwaltung im letzten Jahr mitten zwischen den personalarmen Feiertagen erwischte. Abgetrennt von der Kreisverwaltung kann in der Ganderkeseer FTZ jederzeit das Seuchenbekämpfungszentrum des Kreises aktiviert werden. „Dort lagern Materialien und es werden Untersuchungen, etwa von Blutproben, vorgenommen“, sagte Görner.

Bürgerinformationen geplant

Auch die Pläne für die sofortige Schaltung von Bürgerinformationen sind neu geregelt.

Auch die sofortige Schaltung von Bürgerinformationen ist neu geregelt. Vor allem aber Hygienemaßnahmen haben die Experten mit den Geflügelhaltern eingeübt. „Die Übertragungswege, wie das Virus in die geschlossenen Ställe gelangt, sind von der Wissenschaft noch immer nicht erforscht“, räumte der Kreisveterinär ein. An einer zu hohen Besatzdichte pro Fläche hat das verheerende Seuchengeschehen im Kreisnach seiner Einschätzung ursächlich nicht gelegen.

Neben Vogelgrippe droht auch die Schweinepest

Bedroht ist in diesen Tagen nicht nur das Federvieh: Die Afrikanische Schweinepest ist mittlerweile in Polen nachgewiesen worden. Ihre dauerhafte Ausbereitung unter Wildschweinen wäre der Supergau auch für Deutschlands Schweinehalter.