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Behörde erhält B212-Abschnitt zurück Ortsdurchfahrt in Bookholzberg offiziell freigegeben

Von Thomas Deeken, Thomas Deeken | 23.08.2016, 16:22 Uhr

Die Ortsdurchfahrt in Bookholzberg ist am Dienstag während einer kleinen Feier offiziell freigegeben worden. Viele Bookholzberger sind froh, dass die Umgestaltung endlich abgeschlossen ist. Dietmar Mietrach, Vorsitzender von „Wir in Bookholzberg“, sprach gegenüber dem dk einige Kritikpunkte an.

„Wir feiern heut ein Fest, weil die Straße fertig ist“ – dieses Lied haben am Dienstag Mädchen und Jungen des Kindergartens St. Bernhard in Bookholzberg gesungen. Sie übernahmen den musikalischen Part bei der offiziellen Übergabe der umgestalteten Ortsdurchfahrt, der Bundesstraße 212, von der Gemeinde an die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Bürgermeisterin Alice Gerken sagte es anschließend noch etwas genauer: „Für die meisten Bookholzberger ist es ein Fest, dass die Straße endlich fertig ist.“

Gemeinde hat Ausbau der Straße für Landesbehörde betrieben

Die Bürgermeisterin wies vor Vertretern des Rates und der Kaufleute sowie Mitgliedern einiger Vereine darauf hin, dass die Gemeinde den Ausbau des rund 440 Meter langen Straßenabschnitts zwischen Bahnlinie und Kreuzung Huder Straße/Windmühlenweg für die Landesbehörde betrieben habe. Insgesamt seien 1,23 Millionen Euro verbaut worden. Eine halbe Million habe der Bund hinzugesteuert, der Löwenanteil komme von der Gemeinde. Das sei gut angelegtes Geld für den Straßenbau, so Gerken, die darüber hinaus betonte, dass Bookholzberg durch die neue Straßengestaltung zusammenwachse. Für die Bürgermeisterin sei der Ort bislang weniger in „unten“ und „oben“ geteilt gewesen, wie viele Bookholzberger heute noch sagen, sondern eher in westlich und östlich der B212. Die zusätzlichen Möglichkeiten, an vier Stellen mittels Querungshilfen über die Straße zu kommen, würden die Trennung nun vergessen lassen.

Behindertenfreundlichkeit wird noch genauer geprüft

Inzwischen habe die Bürgermeisterin gehört, dass die Bookholzberger mit den neuen Fahrradwegen schon mal sehr zufrieden seien. Zur Behindertenfreundlichkeit nach dem Ausbau der Straße wolle sich Doris Josquin, Vorsitzende des Arbeitskreises der Selbsthilfe- und Initiativgruppen der Gemeinde Ganderkesee (ASG), später nach einer genaueren Prüfung noch äußern, so Gerken.

„Hätten es kaum besser machen können“

Frank Zielesny, Fachbereichsleiter bei der Straßenbau-Landesbehörde, sagte: „Wir hätten es kaum besser machen können. Und es sieht gut aus. Die Umgestaltung hätten wir nicht in absehbarer Zeit geschafft.“

Für viele Bookholzberger viel zu langer Umbau

Für viele Bookholzberger habe der Umbau dennoch viel zu lange gedauert, sagte Dietmar Mietrach, Vorsitzender der Interessengemeinschaft „Wir in Bookholzberg“ (WiB), gegenüber dem dk. Geschäftsleute hätten moniert, dass mit zu wenig Personal gearbeitet worden sei. Das habe die Umgestaltung weiter verzögert und zu Frust geführt. „Außerdem hat es einige starke Umsatzeinbußen gegeben. Das war negativ“, so Mietrach. Bookholzberg lebe schließlich ganz stark von der Wesermarsch. Und der Zustrom von dort sei zu lange abgeschnitten gewesen.

Lastwagen über Straße Übern Berg geleitet

Negativ habe sich auch der Umleitungsverkehr aus dem Norden auf die Straßen ausgewirkt – unter anderem dadurch, dass anfangs viele Lastwagen per Navi über die Straße Übern Berg geleitet wurden. „Der Straßenzustand war schon schlecht und wurde durch den Verkehr noch schlechter“, so der WiB-Vorsitzende. Jetzt müsse da etwas passieren – und zwar zwischen Friedensweg und Stenumer Straße.

Zu wenig Parkplätze bei Eiscafé und Kirche

Und noch ein Kritikpunkt, weil es beim Ausbau des B212-Abschnitts nicht nur um die Straße, sondern auch um die Nebenanlagen ging: Laut Mietrach sind vor allem im Bereich Kirchplatz zu wenig Parkplätze für die Besucher des Eiscafés und der Kirche entstanden. „Insgesamt gesehen sind wir aber froh, dass es endlich mit der Umgestaltung geklappt hat. Es sieht gut aus. Und wir freuen uns wegen der Kaufkraft auch über viel Verkehr – abgesehen von den Lastwagen“, so der WiB-Vorsitzende, der noch einen Wunsch habe: eine Ampelanlage bei einer der beiden mittleren Querungshilfen.