Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Beim Küchenverkauf betrogen Zwei Jahre und fünf Monate Haft für Ganderkeseer

Von Thomas Breuer | 01.03.2017, 16:31 Uhr

Ein betrügerischer Küchenverkäufer aus Ganderkesee soll für zwei Jahre und fünf Monate ins Gefängnis.

Dieses Urteil hat das Landgericht Oldenburg jetzt in zweiter Instanz gegen den Mann gefällt, dem Unterschlagung in 27 Fällen und elffacher Betrug vorgeworfen wurden. Damit hat er nach Auffassung des Gerichts einen Schaden von fast 150.000 Euro angerichtet.

Landgericht reduziert Strafe um einen Monat

In erster Instanz war er im vergangenen September vom Amtsgericht Delmenhorst zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die Berufungskammer reduzierte die Strafe um einen Monat, weil ein Betrugsverfahren eingestellt wurde.

Firma in Insolvenz getrieben

Der 50-Jährige, der früher auch in Delmenhorst Küchen verkaufte und später in der Ganderkeseer Werbegemeinschaft engagiert war, ist nach Auffassung des Gerichts bei den Unterschlagungen von Ende 2013 bis August 2014 mit der immer gleichen Masche vorgegangen. Zusammen mit einem Ehepaar war er Teil einer Firma, die Küchen verkauft und geplant hat. Dabei hatte er auch die Berechtigung, Anzahlungen entgegenzunehmen, um diese auf das Firmenkoto einzuzahlen. Letzteres hat er aber unterlassen und das Geld in die eigene Tasche gesteckt. Insgesamt gingen der Firma so 86.000 Euro verloren, eine Insolvenz war die Folge.

Auch in zweiter Firma Geld für sich behalten

Was er angerichtet hatte, hielt den Mann nicht davon ab, für ein anderes Küchenstudio tätig zu werden und sich erneut selbst zu bedienen. Er bot seinen Kunden Küchen zum Einkaufspreis an und kassierte dafür Anzahlungen, die er für sich behielt. Bei diesem betrügerischen Vorgehen ist ein Schaden von insgesamt noch einmal 60.000 Euro entstanden. Letztlich wurden Küchen verlauft, über die der 50-Jährige gar nicht verfügen konnte. Dies, so die Auffassung des Gerichts, habe er getan, um seiner eigenen finanziell schwierigen Lage entgegenzuwirken.

Bewährungsstrafe für Landgericht keine Option

Die in zweiter Instanz von ihm möglicherweise erhoffte Bewährungsstrafe stand für das Landgericht nicht zur Debatte. Die Frist für eine Revision läuft in wenigen Stunden ab. Sollte der Ganderkeseer den Schritt nicht gehen, wird er demnächst die Aufforderung erhalten, sich zum Haftantritt einzufinden.