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Berufsausbildung in Ganderkesee Betriebe raten zu Praktika und Schnupperangeboten

Von Johannes Giewald, Johannes Giewald | 23.03.2017, 14:37 Uhr

Alfred Ordemann hat am Donnerstag sieben Ganderkeseer Schülern die Facetten einer Ausbildung zum Land- und Baumaschinenmechatroniker gezeigt. Über zu wenig interessierten Nachwuchs kann der Geschäftsführer des Land- und Gartentechnikbetriebs nicht klagen. Im angehörigen KfZ-Betrieb sieht das dagegen anders aus.

Alle zwei Jahre stellt Alfred Ordemann einen Auszubildenden ein. Bewerber habe es immer gegeben, sagte er, auch wenn die nächste freie Stelle in dem Betrieb am Ganderkeseer Weg im August noch nicht besetzt ist. Wenige Hundert Meter weiter in der Kfz-Werkstatt von Dieter Ordemann wird Nachwuchsmangel zum echten Problem. „Die Bewerber bleiben aus“, berichtete der Geschäftsführer des Werkstatt an der Schulze-Delitzsch-Straße. Auch ausgebildete Fachkräfte finde man nicht auf der Straße, „unsere Fachkräfte von morgen müssen wir uns selbst ausbilden“, sagte Dieter Ordemann.

Mit dem Besuch der sieben Schüler möchten die beiden Ordemanns junge Menschen auf den Geschmack bringen, über eine Lehre in den Ausbildungsberufen der Betriebe nachzudenken. Initiiert von der Zukunftswerkstatt Ausbildungsplatzinitiative (Zwaig) führten Alfred und Dieter Ordemann den Nachwuchs von der Oberschule Ganderkesee und der Schule am Habbrügger Weg durch ihre Werkstätten.

Ordemann: Qualität der Ausbildung in Deutschland nicht vergleichbar

„Die hier gelernt haben, sind so vielseitig, dass sie später handwerklich fast alles machen können“, warb Alfred Ordemann für den Beruf des Land- und Baumaschinenmechatronikers. In seinem Betrieb werden Maschinen gewartet und repariert. Neu gelieferte Maschinen werden zusammengebaut. „Wir müssen uns unterscheiden vom Internethandel und von Baumärkten“, sagte Alfred Ordemann und zielte dabei auf den Mehrwert des Services vor Ort ab.

Der Betriebsleiter betonte die enorme Qualität einer Ausbildung in Deutschland im Vergleich zum Ausland. Arbeitsschutz oder Standards in der Ausbildung werde in anderen Ländern vernachlässigt. Die Anforderungen an den handwerklich Beruf, in dem sein Betrieb ausbildet, sind anspruchsvoller geworden. Aus Mechaniker wurde Mechatroniker. Und: „Ohne EDV geht es heute nicht mehr.“

Schnupperangebote wichtig für Ausbildung

Max war einer der Besucher am Donnerstag. Der Schüler hat im vergangenen Jahr bereits ein Praktikum bei Ordemann Land- und Gartentechnik gemacht. In den Osterferien möchte er wiederkommen, die Abwechslung in dem Beruf hat es ihm angetan. „Es gibt so viel, was man machen kann“, sagt Max.

Praktika seien eine wesentliche Grundlage, bevor jemand einen Ausbildungsplatz erhalten kann, erklärt Alfred Ordemann. Er rät, so in die Berufe reinzuschnuppern und wenn es nur eine Woche in den Ferien sei, die geopfert werden müsste. „Wenn es für das Leben entscheidend ist, ist es das wert“, versuchte auch die Wirtschaftsförderin der Gemeinde, Christa Linnemann, die Schüler zu überzeugen.

Alfred Ordemann wies auch ausdrücklich auf das Angebot des Tages des offenen Handwerks hin. Dies werde von Schülern zu wenig wahrgenommen. Der Tag sei eine gute Möglichkeit, einen Betrieb und dessen Berufe kennenzulernen.