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Beschwerden über Straßenbeleuchtung Nach Umstellung auf LED zu dunkel in Falkenburg

Von Thomas Deeken, Thomas Deeken | 24.06.2017, 13:24 Uhr

„Es ist ein ernst zu nehmendes Thema, aber kein wirkliches Problem.“ Das hat Uwe Nordhausen, Geschäftsführer des Zweckverbandes Kommunalservice Nordwest, auf dk-Nachfrage betont, nachdem es in den vergangenen Monaten eine Reihe von Beschwerden, Irritationen und Nachfragen wegen der auf LED-Technik umgestellten Beleuchtung in den einzelnen Ortschaften gegeben hatte. Klagen gab es vor allem von Falkenburgern, denen es inzwischen deutlich zu dunkel im Ort ist.

Außerdem kam vor Kurzem aus der Bürgerfragestunde der Ratssitzung ein Hinweis aus Bookholzberg zur schwachen Beleuchtung. Kommentar von Nordhausen: „Viele Mängel wurden inzwischen abgestellt. Darüber hinaus wollen wir im Oktober mit den Falkenburgern über die Beleuchtung sprechen – dann, wenn es wieder früher dunkel geworden ist.“

Seit 2013 Modernisierung

Der Kommunalservice kümmert sich in den Gemeinden Ganderkesee und Hude um rund 6500 Leuchten, die Schritt für Schritt modernisiert werden sollen. 2013 ging es los, nachdem erst einmal die Beleuchtung an großen Hauptverkehrswegen wie Trendelbuscher Weg, Nutzhorner und Bergedorfer Straße erneuert worden waren, um Energie und Geld einzusparen. In diesem Jahr standen laut Nordhausen rund 180 Leuchten im gesamten Gemeindegebiet auf dem Sanierungsplan. Das Ziel dabei: Verkehrsraum ausleuchten und nicht den Wohnbereich, was dem Kommunalservice-Chef zufolge durch die für Wohngebiete typischen Pilzleuchten häufig vorgekommen war. Dank der modernen Spiegelreflektortechnik sei das gezielte Ausleuchten der Straßen und Wege auch möglich, allerdings seien einige Masten so klein und so weit auseinander, dass sich einige Lichtbereiche nicht mehr überschnitten hätten und es dort inzwischen arg dunkel geworden sei. Das hatten auch die Falkenburger um Dorfbewohnerin Christel Zießler gegenüber dem dk moniert.

Mit moderner Lichtmesstechnik testen

„Das ist schon problematisch“, gibt Nordhausen zu. Er will aber nicht sofort etwas ändern, sondern vielmehr den Herbst abwarten und dann, wenn die Tage wieder kürzer geworden sind, mit moderner Lichtmesstechnik den tatsächlichen Stand erfahren. Möglicherweise müssten die Leuchtmittel ausgetauscht und künftig kleinere gegen größere Masten ausgetauscht werden. Genaues könne er derzeit noch nicht sagen. Nur so viel: Es werde Lösungen geben.

Leuchten nur auf halbe Leistung eingestellt

Eine positive Antwort habe es inzwischen auch auf die Anfrage aus Bookholzberg gegeben, sagt Nordhausen. Dort seien die neuen Leuchten auf die Hälfte der Leistung eingestellt gewesen. Zum Hintergrund: Eine Fremdfirma habe an mehreren Straßen wie der Apfelallee in Bookholzberg einen Leuchtentyp eingebaut, der zwar erlaubt, aber sonst nicht verwendet worden sei – ein Typ ohne Spiegelreflektortechnik. Inzwischen sei alles richtig und auf volle Leistung eingestellt. Das sei auch stichprobenartig überprüft worden.

Anlieger müssen Teil bezahlen

Die Falkenburger ärgern sich auch deshalb über die schwache Beleuchtung, weil sie als Anlieger einen Teil der Modernisierungsarbeiten selbst tragen müssen. Das bestätigt auch Meike Saalfeld von der Gemeindeverwaltung. Laut Straßenausbaubeitragssatzung werden auch Grundstückseigentümer zur Kasse gebeten, wenn es um die Erneuerungen der Straßenlaternen geht.

Rechnung kann vier Jahre dauern

Wie viel sie zahlen müssen, könne Saalfeld nicht sagen, weil die Abrechnungen für jedes Grundstück individuell erstellt würden. Einbezogen werden dabei laut Satzung unter anderem die Grundstücksgröße, die festgesetzte Geschossflächenzahl, die Art der Nutzung des Hauses und die Lage – ob es sich beispielsweise um ein Eckgrundstück handelt. Wann die Rechnungen verschickt werden, stehe auch noch nicht fest. „Rechtlich hat die Gemeinde bis zu vier Jahre Zeit, um die Bescheide zu versenden“, so die Mitarbeiterin der Verwaltung. Ganz so viel Zeit haben die Anwohner nicht: Die Rechnung müsse innerhalb eines Monats beglichen werden.