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Besuch bei Ganderkeseer Tischlerei Betriebsbesichtigung als Starthilfe für Migranten

Von Kristina Roispich | 10.05.2017, 11:18 Uhr

Zehn junge Migranten – zehn potenzielle Auszubildende. Bei einer Betriebsbesichtigung in der Tischlerei Sandkuhl in Ganderkesee haben sich junge Zugewanderte über den Beruf des Tischlers informiert.

Was macht ein Tischler? Welche Voraussetzungen sind für eine Ausbildung gefordert? Und was lernt man dann eigentlich? Diese Fragen hat Carsten Wichmann, Geschäftsführer der Tischlerei Sandkuhl in Ganderkesee, bei einer Betriebsbesichtigung für zehn junge Migranten beantwortet.

Organisiert wurde die Besichtigung von der Kausa Servicestelle Delmenhorst. Es ist bereits die zweite, die Kausa anbietet. Die erste fand im Januar bei Bäckermeister Haferkamp in Delmenhorst statt. „Durch diese Betriebsbesichtigung ist schon ein Ausbildungsverhältnis entstanden“, freute sich Stefanie Büsching, Projektleiterin bei Kausa. Auch hinsichtlich Praktika würden bereits Gespräche laufen.

Voraussetzungen für eine Ausbildung

Praktika oder Ausbildungen bei Sandkuhl seien ebenfalls möglich, so Wichmann, „wenn die Rahmenbedingungen erfüllt sind“. Zwei Flüchtlinge hätten dort bereits ein Praktikum absolviert. Bei Bewerbern für eine Ausbildung seien ein guter Realschulabschluss, gute Sprachkenntnisse sowie handwerkliches Geschick gefordert.

Wer einen solchen Abschluss nicht nachweisen könne, für den gebe es noch einen Eignungstest, bei dem unter anderem Allgemeinwissen, Konzentrationsfähigkeit, mathematische Fähigkeiten sowie räumliches Vorstellungsvermögen getestet würden. „Da kann man dann sehen, ob einer beispielsweise eine Fläche berechnen kann“, erklärte Wichmann.

Einstiegsqualifizierung

Ein Jahr vor der Ausbildung ist auch eine sogenannte Einstiegsqualifizierung möglich, wie Heike Stolle-Ahlers von der Volkshochschule Delmenhorst sagte. „Dabei gehen diejenigen, die Defizite in der Sprache oder bei Schlüsselqualifikationen haben, zur Berufsschule, wie bei einer normalen dualen Ausbildung.“

Organisiert werde diese Einstiegsqualifikation über die Agentur für Arbeit und könne anschließend bei der Ausbildung anerkannt werden. Auch eines dieser Qualifizierungsjahre bahne sich bereits bei einem der Migranten an, so Stolle-Ahlers.

Die nächste Betriebsbesichtigung ist für die kommende Woche bei J. Kruse Metallbau in Delmenhorst geplant.