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Bezirkskonferenz in Wüsting SPD-AG 60plus setzt in Wüsting auf jüngere Führung

Von Thorsten Konkel, Thorsten Konkel | 24.09.2016, 11:31 Uhr

Wüsting/ Landkreis Oldenburg. Mehr als 100 SPD-Senioren der Arbeitsgemeinschaft 60plus aus dem gesamten Weser-Ems-Gebiet haben auf der Bezirkskonferenz am Donnerstagabend in Wüsting im Wüstenländer Hof einen neuen Vorstand gewählt.

Der Vorstand muss erstmals ohne das sozialdemokratische „Urgestein“, Hermann Bokelmann aus Harpstedt, auskommen. Der rüstige Hochbetagte kandidierte nicht wieder als stellvertretender Vorsitzender: „Ich bin 87 Jahre alt und seit 22 Jahren im Bezirksvorstand, jetzt müssen die 60-jährigen nach vorn“, machte der Harpstedter den Weg zur Verjüngung der Arbeitsgemeinschaft auf eigenen Wunsch frei. Für Oldenburg-Land amtiert nun Jutta Schröder aus Hude als Beisitzerin. Keine Veränderungen gab es beim Posten des Chefs des Vorstands: Die Delegierten wählten erneut Gerd Groskurt aus Osnabrück zum Vorsitzenden. Bis auf den Bezirk Cloppenburg sind nun Vertreter aller Kreise und Städte im Vorstand vertreten.

„Gefühl der Unsicherheit“

Das Ergebnis der Kommunalwahl bewertete Johanne Modder, Vorsitzende des SPD-Bezirks Weser-Ems, nach Angaben von Bokelmann wie folgt: Oft habe es an Einsatz und Kraft gefehlt. Auch die Lage der Genossen stellte sie laut Bokelmann offen dar – es herrsche vielfach ein Gefühl der Unsicherheit.

Die SPD müsse sich um Zusammenhalt der Gesellschaft bemühen. Im ländlichen Raum müsse die medizinische Versorgung und Pflege gesichert werden. Dass wieder bezahlbarer Wohnraum geschaffen wird, habe die SPD angeschoben. Bei den Anträgen ging es um die Sicherung von Rente, Pflege und Krankenversicherung gegen Altersarmut. Die SPD-Senioren kritisierten auch den Einfluss von Lobbyisten. Sie sind nicht gegen eine Koalition mit der Linken.

„Kein Außenhandel zu TTIP-Bedingungen“

Sie wollen die Unterschiede zur Union stärker herausstellen; den Missbrauch von Werk- und Leiharbeit verhindern; und den Außenhandel zu TTIP-Bedingungen ablehnen. Gerechtere Steuern sollen das weitere Auseinanderdriften zwischen Arm und Reich verhindern und den Erhalt der Infrastruktur sichern. Auch Maßnahmen gegen LKW-Auffahrunfälle und Autobahn-Falschfahrer wurden gefordert.