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Bienenvolk an Oberschule Ganderkesee Selbst geernteter Honig schmeckt besonders lecker

Von Dirk Hamm | 15.08.2016, 17:46 Uhr

Eigentlich mag Paul Honig nicht besonders. Doch bei dem klebrig-süßen Bienensaft, von dem der zwölfjährige Schüler im kleinen rückwärtigen Garten der Oberschule Ganderkesee gerade genascht hat, stehen die Dinge anders: „Der schmeckt richtig gut.“

Wahrscheinlich liegt das auch daran, dass der Siebtklässler zusammen mit Lehrer Philipp Schünemann und den Mitschülern Pierre (12) und Pongsi (12) soeben eine kleine Menge Honig selbst geschleudert hat.

Vor einem Jahr hatte Schünemann die Idee, ein eigenes Bienenvolk auf dem Schulgelände anzusiedeln. „Wir wollten Tiere in der Schule haben, bei denen nicht das Problem besteht, dass man sich in den Ferien um sie kümmern muss. Und man erhält mit dem Honig ein Ergebnis“, erklärt der Biologielehrer, warum die Wahl auf die gelb-schwarzen Insekten fiel.

Unterstützung durch einen Imker und den Schulförderverein

Der ehemalige Lehrerkollege und Imker Manfred Becker hat das Bienenprojekt unterstützt und einen Ableger eines seiner Bienenvölker zur Verfügung gestellt. Mithilfe des Schulfördervereins wurden dann Handschuhe, Hüte mit Stichschutz und Schutzjacken angeschafft. So ausgerüstet machte sich die kleine Gruppe um Philipp Schünemann am Montag daran, zum ersten Mal den Honig aus dem eigenen Bienenstock zu ernten.

Mit einer geliehenen Schleuder konnte das Produkt aus den Bienenwaben durch ein Doppelsieb in den Eimer befördert werden. Dort muss der zähflüssige Saft in den kommenden Wochen täglich umgerührt werden, damit er nicht kristallisiert. Ergibt die Überprüfung einen Wassergehalt von nicht mehr als 18 Prozent, dann ist der Honig „ewig haltbar“, erklärt Biolehrer Schünemann.

Niedrige Ausbeute wegen schlechten Wetters

Als Nächstes wird das Bienenerzeugnis dann in kleine Gläser gefüllt, die am 9. September während des Schulfests verkauft werden sollen. Große Erlöse sind für die Kasse des Fördervereins aber nicht zu erwarten, denn die erste Ernte hat lediglich rund drei Kilogramm Honig ergeben. „Dieses Jahr ist die Ausbeute bei den Imkern generell niedriger. Das liegt am Wetter, bei Regen und Temperaturen bis 18, 19 Grad fliegen die Bienen nicht“, weiß Schünemann.

Außerdem sei der Standort nicht optimal mit wenig naturnahen Gärten in der Umgebung. Schünemann wünscht sich, dass viel mehr Gartenbesitzer einer üppig bewachsenen Blumenwiese, wo sich Bienen reichlich bedienen können, den Vorzug vor dem englischen Rasen geben.