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Bitoka aus Bitoka Projektpartner aus Togo zu Besuch beim Rotary Club Ganderkesee

Von Kristina Roispich | 06.05.2017, 20:58 Uhr

Der Rotary Club Ganderkesee leistet seit mehreren Jahren Projektarbeit in Bitoka-Village, einem kleinen Dorf in Togo. Zum ersten Mal ist nun der Dorf-Chef Homba-Nimana Bitoka bei den Ganderkeseern zu Besuch gewesen.

„Hier ist alles komplett anders, sogar der Geruch. Alles ist organisiert. Und es ist sehr kalt“, beschreibt Homba-Nimana Bitoka seinen Eindruck von Deutschland. Zum ersten Mal macht der „Chef“ des Dorfes Bitoka-Village, dessen Vater das Dorf gründete, eine Europareise mit Halt beim Rotary Club in Ganderkesee.

Der Rotary Club leistet seit vielen Jahren Projektarbeit in dem 3000 Einwohner großen Dorf in Togo. „Homba ist für uns ein langjähriger Partner, ohne den wir die Projektarbeit nicht hätten machen können“, findet Präsident Rolf Schütze.

„Zusammen stark sein“

„Tinkeda“ heißt das Projekt und bedeutet so viel wie zusammen stark sein, zusammen glücklich sein. Bitoka erklärt Tinkeda als eine Art Philosophie, zusammen etwas zu bewegen, wie beispielsweise in landwirtschaftlichen Kooperationen.

Und ist auch das, was er sich nach seinem Besuch hier noch weiter angehen will: „Ich habe gelernt, dass wir jetzt anpacken und hart arbeiten müssen, wenn wir unser Land entwickeln wollen.“

Keine unkultivierte Erde

Besonders erstaunt ist er darüber, dass es hier keine unkultivierte Erde gibt. „Alles ist bebaut, es gibt keinen Busch“, stellt er fest. Beim Besuch eines landwirtschaftlichen Betriebes in Ganderkesee sei er sehr überrascht gewesen, dass eine Person sich um einen Acker kümmert und die Aussaat mithilfe der Maschinen derart schnell geht. „In Bitoka sind viele Leute wochenlang damit beschäftigt, jedes einzelne Korn von Hand in die Erde zu drücken“, erzählt er.

Dank des Rotary Clubs konnten die Einwohner Bewässerungsanlagen kennenlernen und wissen nun, wie Düngung und Ernte optimiert werden können. Außerdem wurde mithilfe der Rotarier eine Schule mit einem Solarsystem für das Licht, Öko-Toiletten und seit Oktober vergangenen Jahres auch mit einer Schulcantine gebaut. „Vorher gab es 25 Schüler“, berichtet Bitoka. „Nachdem die Schule gebaut wurde, waren es 408 Schüler.“ Zehn davon würden jetzt sogar eine Universität besuchen.

Weiteres Dorf als Projekt?

Zu dreiviertel wird das Projekt vom Bund mitgetragen. Ende dieses Jahres neigt es sich allerdings dem Ende. „Es ist schon alles darauf vorbereitet, dass es ohne weiteres Sponsoring so weitergehen kann“, sagt Dr. Christian König, der Bitoka beim Übersetzen hilft.

„Aus anderen Dörfern kommen sie schon zu ihm und fragen, ob er das gleiche bei ihnen auch machen kann“, berichtet er. Im Club werde nun diskutiert, einem weiteren Dorf „so wie hier Starthilfe zu geben, damit es sich dann selbst weiterentwickelt“, so König.