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Blutspende in Ganderkesee DRK warnt vor Versorgungsengpässen

Von Marie Busse | 18.06.2018, 20:03 Uhr

In Deutschland spenden immer weniger Menschen Blut und vor allem bei jungen Menschen ist die Bereitschaft niedrig. Das Rote Kreuz geht daher neue Wege, um junge Spender zu erreichen.

Den Deutsche Rote Kreuz (DRK) gehen die Blutspender aus: „Vor allem an jungen Spendern mangelt es“, klagt DRK-Gebietsreferent Wilfried de Buhr. Um mehr junge Blutspender zu gewinnen, kooperiert das DRK daher nun auch in der Region mit Fast-Food-Ketten und Schulen.

Wenig Erstspender

„Nicht einmal zehn Prozent der Spender sind bei den Terminen Erstspender“, hat der DRK-Gebietsreferent festgestellt. Er ist beim DRK-Blutspendedienst für den Kreis Oldenburg und umliegende Landkreise zuständig. „Die Spenderzahlen sind seit Jahren rückläufig. Es müssten sechs Prozent der Bevölkerung spenden, um eine stabile Versorgung zu gewährleiten“, stellt de Buhr klar. Doch zurzeit spenden nur rund 3,8 Prozent der Deutschen. Es sei vor allem schwierig, junge Menschen zu motivieren, auch weil sie kaum Berührungspunkte mit der Blutspende haben, so de Buhr.

Guter Schnitt in Ganderkesee

Anlässlich der jüngsten Spendenaktion in der Oberschule Bookholzberg hat Astrid Zinner vom DRK-Ortsverband Ganderkesee verschiedene Gründe für die mangelnde Spendenbereitschaft der jungen Menschen benannt: „Manchmal macht der Kreislauf nicht mit oder die jungen Menschen ziehen zum Arbeiten weg und verlieren den Kontakt“, sagte sie.

In der Gemeinde Ganderkesee kommen zu den Terminen durchschnittlich zwischen 140 und 160 Personen. Das sei ein sehr guter Schnitt, denn in den anderen Regionen rechnet de Buhr nur mit 70 Spendern pro Termin.

Wenig Spender im Sommer

Ein wachsendes Problem ist laut de Buhr zudem, dass langjährige Spender nach ihrem 73. Lebensjahr nicht mehr spenden dürfen.

Und zudem werden besonders in den Monaten Mai bis Juli regelmäßig Tiefstwerte bei der Spendenbereitschaft gemessen.

Die Hitze und die Urlaubszeit seien dafür verantwortlich. „In diesem Jahr kommt noch die Weltmeisterschaft dazu. Die Spiele finden oft parallel zu unseren Spendeterminen statt. Dann kommen natürlich weniger“, erklärt der Gebietsreferent.

Um die Blutspende auch für Jüngere attraktiv zu machen, kommt das DRK daher zu Plätzen, die von jungen Menschen besucht werden. De Buhr sagt: „Wir arbeiten mit Fast-Food-Ketten wie McDonald’s oder Schulen und Universitäten zusammen. Dann kommen auch deutlich mehr junge Spender.“

Wenn die erste Spende erledigt ist, fängt die eigentliche Arbeit des DRK aber erst an. „Nur rund acht Prozent der Spender kommen ein zweites Mal wieder“, erklärt de Buhr. Das DRK versuche daher, immer wieder neue Wege zu gehen, um attraktiv zu bleiben.

In Wildeshausen lockte das Rote Kreuz jüngst mit Gutscheinen für den Famila-Markt. „Wir kommen auch in größere Firmen, weil wir es dem Spender so einfach wie möglich machen wollen“, erläutert de Buhr.

Alle sieben Sekunden wirdeine Blutkonserve benötigt

Denn das Blut wird dringend benötigt: Alle sieben Sekunden braucht ein Patient in Deutschland eine Blutkonserve. Der Bedarf werde in den nächsten Jahren durch den demografischen Wandel noch weiter steigen, prognostiziert de Buhr und mahnt: „Es kann in den nächsten zehn Jahren zu echten Versorgungsengpässen kommen.“