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Breitband-Netzausbau Mehr Tempo bei schnellem Internet im Landkreis Oldenburg

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 03.04.2017, 20:31 Uhr

Fördergeld bringt schnelles Internet in ländliche Bereiche des Landkreises Oldenburg. Bis Ende 2018 sollen weite Bereiche mit guter Leistung versorgt sein.

Mit 7,5 Millionen Euro Fördergeld sollen im Landkreis Oldenburg etliche weiße Flecken auf der Karte der Versorgung mit schnellem Internet verschwunden sein. Das Fördergeld schließe die Lücke, die sich bei den Wirtschaftlichkeitsberechnungen der Internetversorger ergebe, erklärt Landrat Carsten Harings.

Bundeszuschuss wird aufgestockt

Der Landkreis Oldenburg hat sich, wie berichtet, erfolgreich um einen Bundeszuschuss beworben; der Landrat hat den Zusagebescheid vor knapp zwei Wochen in Berlin in Empfang genommen. Das Land Niedersachsen stockt die 3,5 Millionen Euro aus Berlin mit zwei Millionen Euro auf. Weitere zwei Millionen Euro wollen der Landkreis und die Kommunen aufbringen.

Kreisweit 112 Projekte

Das Geld wird voraussichtlich auf kreisweit 112 Projekte verteilt. Der Landrat stellt klar, dass auch Ende 2018 nicht allen Internetnutzern im Landkreis die angepeilten 50 Mbit Geschwindigkeit zur Verfügung stehen: „Dafür bräuchten wir 70 Millionen Euro“, so Harings. Dennoch nennt er den jetzt anstehenden Ausbau des Netzes mit Glasfaserkabeln und Kabelverzweigern einen „großen Aufschlag“. „Es wird Ausstrahleffekte auf andere Haushalte geben“, sagt er voraus.

Anbieterwechsel erwägen

Harpstedts Samtgemeinde-Bürgermeister Herwig Wöbse kündigt an, dass das schnelle Internet nun in die nahezu gänzlich unversorgte Gemeinde Winkelsett kommt, wenn auch nicht flächendeckend. „In Ganderkesee sind wir mehrfach in Vorleistung getreten“, berichtet Bürgermeisterin Alice Gerken vor allem mit Blick auf Neubau- und Gewerbegebiete. Hudes Bürgermeister Holger Lebedinzew weist darauf hin, dass auch die Nutzer gefordert sind. „Es gibt jeweils verschiedene Anbieter, aber nur einen mit voller Leistung. Wer schnelles Internet haben will, muss gegebenenfalls bereit sein zum Anbieterwechsel“, so Lebedinzew.

Zuschlag für Netzausbau im Juni

Noch ist nicht geklärt, welcher Anbieter den Zuschlag für den Netzausbau mit den Fördergeldern erhält. Über die Auswahl an den Angeboten werde der Kreisausschuss Anfang Juni entscheiden, kündigt der Landrat an. Es gebe mehrere Bewerber.

Herausforderung auf Dauer

Der Landrat und die Bürgermeister hoffen, dass die Zusage des Bundes für weitere Förderprogramme die Bundestagswahl im September überlebt. Die neun Spitzenbeamten sind sich einig, dass das schnelle Internet eine Herausforderung auf Dauer ist. „Vor acht Jahren, beim Konjunkturpaket II, war von zwei Mbit die Rede. Heute sind es 50 Mbit und es ist schon von Gigabit die Rede“, weiß Landrat Harings.