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BSH ehrt Umweltpolizisten Naturschützer und Polizei arbeiten Hand in Hand

Von Reiner Haase | 28.08.2015, 18:10 Uhr

Landkreis Oldenburg/Delmenhorst. Bei vielen Umweltdelikten arbeiten Naturschützer und die Polizei im Landkreis Oldenburg gut zusammen. Die BSH würdigt das mit einer Urkunde.

Die Polizei kommt immer? – „So einfach ist das nicht“, sagt Dr. Remmer Akkermann, der Vorsitzende der Biologischen Schutzgemeinschaft Hunte-Weser-Ems (BSH). Er wünscht sich, dass Streifenwagen öfter mal über Feldwege fahren. „Dann springen Umweltfrevler hinter die Büsche. Uns halten sie schon mal die Mistgabel unter die Nase“, sagt der Naturschützer. Ansonsten ist er voll des Lobs; der Naturschutzverband hat die Inspektion Delmenhorst/Oldenburg-Land/Wesermarsch am Freitag mit einer Urkunde für die Förderung von Naturschutz und Landschaftspflege ausgezeichnet und den vom Wildeshauser Kommissariat aus agierenden Umweltpolizisten Andreas Wieting mit einem Buchpräsent bedacht.

Helfer in besonderen Situationen

„Für uns ist die Polizei nicht der verlängerte Arm der Politik, sondern ein Helfer in besonderen Situationen“, betont Akkermann. Solche Situationen kann Akkermann aus der fast 40-jährigen Geschichte der BSH zuhauf benennen, meist gehe es um Boden- und Wasserverschmutzungen sowie ums Wegpflügen von geschützten Ackerrandstreifen.

Gänse waten in Fett

Bei einem letzten eklatanten Zwischenfall sei der Hilferuf im Februar von einem Landwirt gekommen: „Seine Gänse standen bis zum Bauch in einer schmierigen weißlichen Masse.“ Diese sei offenkundig aus einer Biogasanlage gekommen, in der auch Fette verarbeitet werden. In solchen Fällen greife die Verzahnung mit der Polizei. „Es geht um Genehmigungen, um Grenzwerte, um die Ermittlung von Ursachen. Wir haben nicht die Lizenz eines vereidigten Probennehmers“, so Akkermann, „wir stoßen immer wieder an Grenzen.“ Nichts schade dem Naturschutz in solchen Fällen mehr als ein Scheitern vor Gericht.

Vernetzung bis Cuxhaven

„Eine Ehrung für gute Arbeit erlebe ich zum ersten Mal“, sagt Inspektionsleiter Jörn Stilke, der immerhin schon auf 35 Jahre bei der Polizei zurückblicken kann. Die Umweltgruppe sei mit zwei Polizisten klein, aber erfahren, zum Beispiel im Abgrenzen von Ordnungswidrigkeiten und Straftaten. Sie sei gut vernetzt mit den anderen Umweltgruppen der Polizeiinspektion, die hinaufreicht bis Cuxhaven.

Wasserwerfer rettet Obstbäume

Hier wird eine Buchenallee gerettet, dort eine illegale Abholzung beendet – die Liste der Zusammenarbeit von BSH und Polizei in Sachen Naturschutz ist lang. Gerne erinnert sich Akkermann an einen Wasserwerfer-Einsatz besonderer Art: Die Polizisten hatten den Wasserstrahl bei einer Demonstration im Hochsommer nicht auf Menschen gerichtet, sondern hinterher das Nass auf einer BSH-Ostbaumwiese versprüht. Die Bäume wurden vorm Verdorren bewahrt.