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Buch des Fuhrenkamp-Schutzvereins Die Fauna und Flora in Ganderkesee auf 126 Seiten

Von Dirk Hamm | 24.05.2019, 12:10 Uhr

Der Fuhrenkamp-Schutzverein hat ein Buch über die in Ganderkesee heimischen Tiere und Pflanzen herausgebracht.

Wenn in nächster Zeit in Ganderkesee Menschen in der Natur anzutreffen sind, die mit einem grünen Buch in der Hand Ausschau nach der Blaugrünen Mosaikjungfer oder dem Wintergoldhähnchen halten, dann ist das ganz im Sinne des Fuhrenkamp-Schutzvereins. Denn der Verein, der sich den Schutz von Natur und Umwelt auf die Fahnen geschrieben hat, hat jetzt eine 126-seitige Broschüre mit dem Titel „Tiere und Pflanzen in Ganderkesee“ herausgebracht.

Aus einer wöchentlichen Artikelserie von Dr. Klaus Handke, seiner Frau Pia Handke und von Hartwig Lambracht über heimische Tier- und Pflanzenarten ist jetzt dieses mit rund 150 Farbfotos illustrierte Büchlein entstanden. Lambracht hat die mühsame Arbeit des Redigierens übernommen.

Mix aus populären und weniger bekannten Arten

Ein Buch nicht für Spezialisten, sondern für interessierte Laien hatten die Naturexperten im Sinn. „Das Ziel war, charakteristische Tiere und Pflanzen vorzustellen, die in Ganderkesee vorkommen. Mit ein bisschen Glück und Geduld kann man 95 Prozent der vorgestellten Arten vor Ort erleben“, sagt Klaus Handke. Es sei bewusst ein Mix aus populären, auch von Laien leicht zu identifizierenden Tieren wie Feldhase oder Eichhörnchen und in Ganderkesee anzutreffenden Besonderheiten wie Eremit und Moorfrosch zusammengestellt worden. So soll zur Beschäftigung mit der örtlichen Fauna und Flora angeregt werden. Gerade vor dem Hintergrund, dass laut Handke Umfragen zeigen, dass beispielsweise Gymnasiasten im Schnitt nur noch vier Vogelarten kennen.

Welchen Lebensraum das Grüne Heupferd bevorzugt

Auch dem Grünen Heupferd begegnet der Leser. Dabei handelt es sich nicht, wie man meinen könnte, um eine exotische Pferdevariante. Vielmehr ist so eine der größten bei uns vorkommenden Heuschreckenarten benannt worden, bis zu vier Zentimeter werden die Tiere groß. „Das Grüne Heupferd ist sehr anpassungsfähig und bei uns weit verbreitet. Es besiedelt Gärten, Felder, Hecken, Gehölze und Waldränder“, ist dem Werk zu entnehmen.

Unterteilt ist die Broschüre, die vom Verein selbst finanziert wurde und die sich ebenso gut als Bestimmungsbuch wie als informative Lektüre über die heimischen Tiere und Pflanzen eignet, in farblich voneinander abgesetzte Abschnitte über Säugetiere, Vögel, Reptilien und Lurche, Insekten und Pflanzen. Die Einträge in den einzelnen Abschnitten sind alphabetisch angeordnet, von A wie Amsel bis Z wie Zilpzalp. Eine Übersichtskarte zeigt an, in welchen Gebieten in der Gemeinde die aufgeführten Arten besonders gut beobachtet werden können.

Wieder mehr Maikäfer zu entdecken

Dieses Naturerlebnis ist mitunter im eigenen Garten möglich, wenn es sich wie bei Klaus Handke um eine naturnahe grüne Oase handelt. „In einem solchen Garten leben allein 300 bis 400 verschiedene Käfergarten. Ich habe hier schon 26 Tagfalterarten gezählt und im Teich 31 Libellenarten“, berichtet Handke.

In der Publikation des Fuhrenkamp-Schutzvereins wird auch auf die aktuellen Veränderungen bei der jeweiligen Tier- oder Pflanzenart eingegangen. Und dabei offenbart sich durchaus auch Positives, wie die Autoren erklären. Demnach hat sich etwa die Maikäferpopulation nach Jahrzehnten des Rückgangs, der sehr wahrscheinlich eine Folge des früher erlaubten Einsatzes des Schädlingsbekämpfungsmittels DDT sei, erholt.

Von der Broschüre sind zunächst 200 Exemplare gedruckt worden. Gegen eine Schutzgebühr von fünf Euro ist sie im Ganderkeseer Rathaus, im Bürgerbüro Bookholzberg, bei Stöver in Ganderkesee sowie bei Lesen & Mehr in Hude erhältlich.