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Bürger sind sich einig Umfrage in Ganderkesee: Zeitumstellung abschaffen oder behalten?

Von Biljana Neloska | 24.10.2018, 22:38 Uhr

Von Samstag auf Sonntag werden die Uhren wieder um eine Stunde zurückgestellt. Viele Leute kritisieren das. Auch Gefahren können drohen.

Wer hat an der Uhr gedreht? Wenn es nach den Menschen in Ganderkesee geht, bald niemand mehr. Die Zeitumstellung von 3 auf 2 Uhr, die an diesem Sonntag, 28. Oktober, ansteht, könnte auch die letzte überhaupt sein und wird aktuell heiß diskutiert: abschaffen oder beibehalten? In Ganderkesee ist man sich einig – weg damit.

„Ich bin dagegen. Die Sommerzeit sollte bleiben und die Zeitumstellung abgeschafft werden“, sagt Andrea Peters. An der Umstellung stört die TÜV-Angestellte vor allem die Dunkelheit. „So wie es jetzt ist, ist es abends länger hell. Mit der Zeitumstellung hat man eine verkürzte Tageszeit. Man hat dann abends selten Lust, noch etwas zu unternehmen – im Garten zu arbeiten oder spazieren zu gehen. Das ist nicht schön“, sagt Peters.

Auch Softwareentwickler Sven Eßmann ist für einen Erhalt der Sommerzeit und die Abschaffung der Zeitumstellung. „Im Sommer ist es teils noch bis 23.30 Uhr hell. Da kann man noch was unternehmen, abends noch grillen. Außerdem ist die Grundstimmung einfach positiver, wenn es länger hell ist. Viele Dinge wären unkomplizierter, wenn man die Zeitumstellung abschaffen würde“, findet Eßmann.

„Das ist einfach blöd“

Für Anna D’Elia ist es vor allem die Umstellung im Frühjahr, die ihr zu schaffen macht: „Ich bin genervt davon. Man muss sich immer darauf einstellen, dass man eine Stunde weniger hat. Hätte man die Umstellung nicht, müsste man sich auch nicht immer wieder umgewöhnen“, sagt die Hausfrau. Auch sie findet, dass es bei der Sommerzeit bleiben sollte.

Für die Abschaffung, aber gegen die Sommerzeit, ist Gärtner Harald Meyerholz. Mit der normalen, also der sogenannten Winterzeit, komme er besser klar. „Bei der Umstellung kommt man komplett aus seinem Tagesrhythmus. Es dauert dann immer einige Tage, bis sich der Körper wieder daran gewöhnt hat. Das geht an die Substanz. Wenn die Umstellung wegfällt, fällt auch diese Problematik weg.“

„Das ist einfach blöd“, urteilt Annika Flegel. Die Zeitumstellung würde viele Menschen belasten, besonders Menschen, die in Nachtschichten arbeiten müssen, erklärt die Lastkraftwagenfahrerin. „Eine Stunde mehr, ein Stunde weniger. Der Wechsel macht einem schon ziemlich zu schaffen. Es sollte einfach eine Zeit bleiben, dann ist das nicht so eine große Belastung“, so Flegel.

Besonderes Risiko für Autofahrer

Belastend seien die Zeitumstellungen vor allem für Autofahrer, warnen Jagdverband und ADAC. Im Frühjahr nehme die Gefahr von Wildunfällen über Nacht rapide zu. Besonders im ländlichen Straßenverkehr sei daher Vorsicht geboten. Der morgendliche Berufsverkehr und die Dämmerung fielen dann für mehrere Wochen zusammen – das Risiko für Wildunfälle steige erheblich, so der Jagdverband.

Bei der anstehenden Umstellung sei die Dunkelheit das Problem. Danach starte der Autofahrer im Dunkeln und möglicherweise sei das Fahrzeug noch nicht komplett an winterliche Verhältnisse angepasst. Beispielsweise sei das Licht nicht richtig eingestellt oder Autofahrer würden es noch nicht nutzen, weil sie noch auf die Sommerzeit eingestellt wären, sagt Nils Linge, ADAC-Sprecher Weser-Ems. „Man kann im Dunkeln auch einfach schlechter sehen. Das Gefahrenpotenzial ist höher. So kommt es häufiger zu Unfällen“, sagt Linge. Verkehrspsychologisch müsse man sich nach der Zeitumstellung erst mal an die neue Situation gewöhnen. „Das Auto muss darauf umgestellt werden, aber der Kopf auch“, so Linge. Um Unfälle zu vermeiden, sollte das Auto gecheckt werden, die Fahrer sollten besonders bremsbereit sein und genügend Abstand halten, rät der Experte.