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Bürgerstiftung und Netzwerk Asyl Flüchtlinge in Hude bekommen Grundgesetz auf Arabisch

Von Antje Cznottka | 04.12.2015, 19:06 Uhr

50 Exemplare des Grundgesetzes auf Arabisch hat die Bürgerstiftung für Flüchtlinge in der Gemeinde Hude besorgt. Die Bücher sollen nun vom Netzwerk Asyl verteilt werden.

Ein Grundgesetz gehöre in jeden Haushalt, sagt Gerburg Schaller, Vorsitzende der Bürgerstiftung Hude. Deswegen habe die Bürgerstiftung 50 Ausgaben des Grundgesetzes in arabischer Sprache bei der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) bestellt, um sie über das Netzwerk Asyl an Flüchtlinge in Hude zu verteilen. „Die Bundeszentrale für politische Bildung gibt das Grundgesetz auch auf arabisch heraus, da hat die Bürgerstiftung 50 Stück für die Flüchtlingsarbeit bestellt“, berichtet die Flüchtlingsbeauftragte der Gemeinde Hude Gundula Brunken.

50 Grundgesetze auf Arabisch für Flüchtlinge in Ganderkesee

Die kleinen Bücher werden nun im Willkommensteam des Netzwerks Asyl und dann weiter unter den rund 50 Flüchtlingen aus Syrien, die arabisch sprechen, verteilt. „Es handelt sich zumeist um Familien mit mehreren Kindern“, sagt Gundula Brunken, Flüchtlingsbeauftragte der Gemeinde Hude. Daher müsste nicht jeder ein eigenes Grundgesetz bekommen. „Wir besorgen auch noch mehr, wenn Bedarf besteht“, berichtet Schaller.

Grundgesetz auf Arabisch der Bundeszentrale für politische Bildung bereits vergriffen

Das Grundgesetz auf Arabisch wurde Anfang November veröffentlicht. Schon wenige Tage nach der Veröffentlichung war die erste Auflage von 20.000 Exemplaren laut bpb-Internetseite bereits vergriffen. Voraussichtlich Mitte Januar werde es wieder verfügbar sein.

„Es gibt auch nichts anderes auf Arabisch“, kritisiert Schaller. Sie habe auch nach anderen Publikationen in arabischer Sprache gestöbert, „die man den Flüchtlingen in die Hand geben kann“, sei aber nicht fündig geworden.

Kulturleitfaden für Flüchtlinge in Hude erwünscht

Einen Kulturleitfaden wünscht sich Wulf Wolke vom Huder Netzwerk Asyl für ankommende Flüchtlinge. „Darin sollten unsere Wertvorstellungen erklärt werden“, sagt Wolke. Wichtige Punkte seien die Gleichberechtigung und die Anerkennung von Homosexualität. „Das steht eigentlich auch im Grundgesetzt“, sagt Schaller.

Sie sei sich durchaus bewusst, dass es für die Neuankömmlinge eine Herausforderung sei, sich mit dem Grundgesetz auseinanderzusetzen. Die Bürgerstiftung betrachte diese Auseinandersetzung aber als wichtig und wolle die Voraussetzungen schaffen. Allerdings liest auch nicht jeder deutsche Staatsbürger das Grundgesetz. „Wer hier groß geworden ist, dem wurden diese Dinge vorgelebt und er ist mit ihnen vertraut“, sagt Nicole Westermeyer von der Bürgerstiftung.

Unterhaltungsmedien der Gemeindebücherei Hude beliebt bei Flüchlingen

Bei den Flüchtlingen seien vor allem Unterhaltungsmedien beliebt, berichtet Westermeyer. „In der Gemeindebücherei werden vor allen DVDs, die in verschiedenen Sprachen angeschaut werden können, und Kinderbücher mit Großdruck von Flüchtlingen ausgeliehen“, erzählt sie. „Es gibt auch nur ganz wenige, die nicht die Schule besucht haben und lesen können“, sagt Wolke. Darüber hinaus seien die Flüchtlinge bescheiden. „Andere Wünsche hat niemand an uns herangetragen“, fügt er an.