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Bund investiert 4,4 Millionen Euro Sechs Schutzwände gegen Bahnlärm in Ganderkesee

Von Thorsten Konkel | 13.04.2015, 19:17 Uhr

Die Deutsche Bahn errichtet sechs Schallschutzwände auf Ganderkeseer Gemeindegebiet. Ein symbolischer Spatenstich bot am Montag in Bookholzberg den Auftakt für das 4,4 Millionen-Euro-Projekt.

Mit einem symbolischen Spatenstich haben am Montagvormittag Ganderkesees Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas, Vertreter der Deutschen Bahn sowie der Staatssekretär Enak Ferlemann und die örtlichen Bundestagsabgeordneten Astrid Grotelüschen (CDU) und Susanne Mittag (SPD) den Bau einer Schallschutzwand am Bookholzberger Bahnhof eingeläutet.

Entlang der Strecke Bremen/Oldenburg sollen auf Ganderkeseer Gebiet sechs Schallschutzwände mit einer Gesamtlänge von 3107 Metern den Lärm auch von den bislang noch nicht mit „Flüsterbremsen“ ausgestatteten Güterwagen mindern helfen. In Bookholzberg wurde bereits mit den Gründungsarbeiten für eine Schallschutzwand begonnen. Der gestrige Spatenstich galt dem Bau einer zweiten Wand mit einer Länge von 1253 Metern. Alle Schallschutzwände sollen bis Ende September fertiggestellt werden. Die Investitionen für diesen aktiven Schallschutz belaufen sich auf rund 4,4 Millionen Euro.

Abschnitte sind besonders belastet

Auf dem 33 500 Kilometer langen Streckennetz der Bahn sind 3700 Kilometer besonders durch Schienenlärm belastet – darunter auch die Abschnitte innerhalb der Gemeinde, die nun Lärmschutz erhalten. Im Rahmen des freiwilligen Programms „Lärmsanierung an bestehenden Schienenwegen“ stelle der Bund derzeit jährlich 130 Millionen Euro für mehr Lärmschutz an bestehenden, besonders belasteten Bahnstrecken zur Verfügung, erläuterte Ferlemann. „Die Schallschutzmaßnahmen entlasten viele hundert Wohneinheiten, auch die weiter hinten liegenden Häuser und Wohnungen profitieren von der Wirkung der drei Meter hohen Wände aus hochabsorbierenden Leichtmetallelementen“, war Detlef Barner, Leiter Produktionsdurchführung Bremen, DB Netz AG, überzeugt.

Weitere 100.000 Euro für passiven Lärmschutz

Zusätzlich würden 320 Wohnungen und Häuser entlang der Strecke für 100.000 Euro mit passivem Schallschutz, darunter speziellen Fenstern, ausgestattet. Anwohner, die davon profitieren können, sollen im Juni angeschrieben werden. Bürgermeisterin Gerken-Klaas lobte die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten: „In der Gemeinde Ganderkesee sind wir gut bedient, aber es gibt dennoch weitere Forderungen nach Lärmschutz in Teilen Hoykenkamps, in Rethorn und in Schierbrok“, stellte sie klar.

2016 ist Hude an der Reihe

Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten erfolgt der Bau der Schallschutzwände überwiegend vom Gleis aus in der Nacht und am Wochenende. 2016 sollen weitere Lärmschutzwände in der Gemeinde Hude folgen.