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Bundestagswahl 2017 Grüne rüttelt an Grenzen der Mobilität auf dem Lande

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 11.05.2017, 08:25 Uhr

Christina-Johanne Schröder will im Bundestag Fürsprecherin verbesserter Mobilität auf dem Land werden. Sie kandidiert im September für die Grünen.

Mobilität auf dem Lande ist für Christina-Johanne Schröder, die Bundestagskandidatin der Grünen im Wahlkreis Delmenhorst/Landkreis Oldenburg/Wesermarsch, ein bewegendes Thema. Beim Frühjahrsempfang der Landkreis-Grünen am Dienstagabend fiel es ihr besonders leicht, das Thema aufzuspießen.

Notgedrungen das Auto genutzt

Den Veranstaltungsort in Kirchhatten hat die Kandidatin aus Berne mit dem Auto in einer halben Stunde erreicht. Sie hätte auch mit Bahn und Bus fahren können, wenn sie für den Hinweg gut die dreifache Zeit aufgewendet hätte. Und den Rückweg hätte sie in knapp zwei Stunden geschafft, vorausgesetzt, sie hätte den letzten Bus ab Kirchhatten um 20.43 Uhr erreicht. Andernfalls hätte sie sich in Kirchhatten einen Platz zum Übernachten suchen müssen.

Mobilität macht Landkreis „mehr sexy“

Party? Theater? – Bei den derzeitigen Gegebenheiten nichts für Menschen, die auf dem Land leben und aufs Auto verzichten wollen oder müssen. Der Landkreis Oldenburg sei „sexy“, er ziehe auch junge Familien an, wusste Schröder beim Neujahrsempfang zu berichten. Weil er „noch mehr sexy“ werden könne, wolle sie über Mobilität reden.

Bahnhaltepunkte reaktivieren

Schröder denkt an das Reaktivieren von Bahnhaltepunkten, modernisierte Bahnlinien, dichter getaktete Busse und Anrufsammeltaxis. Sie spricht von Carsharing, auch privat mit verbessertem Versicherungsschutz, und bessere Möglichkeiten für Fahrgemeinschaften.

Innovation statt Prestigeprojekte

Die öffentliche Hand, so Schröder, könne innovative, ökologisch sinnvolle Verkehrskonzepte einschließlich E-Mobilität besser fördern, wenn sie nicht Milliarden in „Prestigeprojekte“ wie Stuttgart 21, Flughafen Berlin-Brandenburg, noch mehr Lastwagenverkehr und Förderung von Diesel-Autos vergrübe.