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CDU-Fraktionsvize Ralf Wessel im dk-Interview CDU will Kinderbetreuung in Ganderkesee rasch ausbauen

Von Thorsten Konkel, Thorsten Konkel | 02.01.2018, 10:12 Uhr

2018 gibt es viel zu tun: Hohe Priorität müsse im neuen Jahr der Ausbau der Kinderbetreuung erhalten, betont der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Ralf Wessel im dk-Interview. Auch dürften Privatpersonen durch die Unterschutzstellung von Bäumen auf ihren Grundstücken nicht eingeschränkt werden.

 dk: Herr Wessel, über welche Entscheidung innerhalb der Gemeinde Ganderkesee haben Sie sich in diesem Jahr am meisten gefreut? 

Ralf Wessel: Wirklich beeindruckend war die einheitliche Zustimmung zur Sanierung des Freibades mit dem Bau eines Kursbeckens. Die wirklich lange und intensive Vorarbeit sämtlicher Beteiligten hat sich ausgezahlt. Glücklicherweise haben wir auch die finanziellen Mittel, um ein derartiges Großprojekt stemmen zu können, ohne dass wir an anderen Stellen entscheidend einsparen müssen. Das Freibad mit Kursbecken und Sauna ist eine Art Alleinstellungsmerkmal und die Analyse hat gezeigt, dass die Bürger dies zu schätzen wissen!

Darüber hinaus gab es einige zukunftweisende Strukturentscheidungen, zu denen die CDU-Fraktion Anstöße gegeben hat. Hierzu gehören unter anderem die Gründung der Bäder- und Saunabetriebsgesellschaft mbH. Aber auch das von der regioVHS selbst entwickelte Konzept zur Neustrukturierung mit einem Eigenbetrieb und der Weiterentwicklung des Berufsbildungswerk Ganderkesee e.V. (BBW) zählt dazu. Auch hierzu haben wir mit unserem Antrag die Diskussion eröffnet. Hiermit wird das Ziel erreicht, die Strukturen effizienter und einfacher, zugleich aber auch transparenter hinsichtlich der Abrechnung zu gestalten.

 Was war für Sie das größte Ärgernis? 

Ein großes Ärgernis vermag ich nicht zu erkennen. Die Ratsarbeit ist in Ganderkesee weitgehend unaufgeregt und sehr konstruktiv. Auch wenn es teils Entscheidungen gibt, die wir nicht nachvollziehen können, gilt es Mehrheiten anzuerkennen und zu respektieren. In der Politik muss zudem auch ein langer Atem vorhanden sein, um Themen zu forcieren und am Ende ein gutes Ergebnis möglichst über Parteigrenzen hinweg zu erreichen.

 Welche Themen haben im nächsten Jahr absolute Priorität? 

Hohe Aufmerksamkeit müssen wir dem Ausbau der Kinderbetreuung widmen. Aufgrund der Neubaugebiete und auch des damit verbundenen Zuzugs ist die derzeitige Anzahl an Kindergarten-, Krippen-, und Hortplätzen nicht mehr ausreichend. Hier müssen wir geplante Neubauten und Erweiterungen möglichst schnell umsetzen. Darüber hinaus bleibt die Wohnraumversorgung ein zentrales Thema. Der Ankauf von Flächen wirkt erst zeitverzögert, es gilt jedoch, möglichst schnell bedarfsorientierten, bezahlbaren und auch öffentlich geförderten Wohnraum bereitzustellen. Wir haben hierzu bereits Anträge gestellt mit dem Ziel, auf gemeindeeigenen und bebaubaren Flächen entsprechenden Wohnraum zu schaffen. Dies führt zu schnellen Ergebnissen. Es bleibt zu hoffen, dass sich die anderen Fraktionen mehrheitlich anschließen und auch die Verwaltung die Umsetzung aktiv mitgestaltet. Darüber hinaus müssen wir die Feuerwehren weiter zeitgemäß ausstatten. Die Planungen für ein neues Gebäude in Bookholzberg haben bereits begonnen, in Falkenburg soll die Planung ergänzende Baumaßnahmen beginnen, ergänzend sehen wir bei einzelnen Ortswehren bereits weitere Bedarfe.

 Welche wichtigen Themen wurden bisher nur stiefmütterlich behandelt und müssen unbedingt auf den Tisch gebracht werden? 

Der Zustand der Straßen, Wege und Grünanlagen ist teilweise verbesserungsbedürftig. Insbesondere die im Verkehrsentwicklungsplan aufgezeigten Bedarfe müssen konsequent abgearbeitet werden.

Hinsichtlich der Bäume bedarf es dringend fester Regelungen, damit Privatpersonen auf ihren Grundstücken nicht eingeschränkt werden; darüber hinaus muss eindeutig festgelegt werden, dass die Gemeinde bei unterschutzgestellten Bäumen für die Folgen aufkommt – wir haben hierzu einen Antrag vorbereitet, den wir kurzfristig einreichen.

 Wobei zeigen Sie absolut keine Kompromissbereitschaft und wie macht sich das deutlich? 

Insgesamt muss die Förderung ehrenamtlichen Engagements einen hohen Stellenwert behalten – beispielsweise in den vielen Sportvereinen, bei den freiwilligen Helfern im Lösch- und Rettungswesen, aber auch in den eigeninitiativ tätigen Organisationen und gemeinnützigen Vereinen. Dabei kann nicht jede Initiative exklusiv gefördert werden – als Gemeinde müssen wir die Verhältnismäßigkeit wahren und gleiche Grundsätze für alle einhalten.

Der Baumschutz ist und bleibt im Gegensatz dazu ein Reizthema, wir haben uns seit Langem eindeutig positioniert und haben hierzu einen Antrag erarbeitet mit dem Ziel, die Bürger zu entlasten und nicht weiter zu gängeln.

 Bei welchen Themen würden Sie am ehesten Kompromisse eingehen? 

Dem Ausbau bzw. der Sanierung der Schulen sollte mehr Gewicht beigemessen werden. Hierzu gehört unseres Erachtens vor allem auch der stärkere Einsatz moderner Medientechnik.

 Wie sehen Sie als Ratspolitiker die politische Situation in Ganderkesee? 

Ich glaube, dass die überwiegende Anzahl der Ratsmitglieder zielorientiert für die Gemeinde mitarbeitet und keine extremen Positionen eingenommen werden.

 Wie beurteilen Sie die politischen Diskussionen mit den Fraktionen und der Verwaltung in den Ausschüssen und Ratssitzungen in diesem Jahr? 

Die Diskussionen zwischen den Fraktionen und der Verwaltung verlaufen überwiegend sachlich. Es ist wichtig, dass auch in Zukunft auf persönliche Angriffe verzichtet wird.