Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

CDU zur Ortskernentwicklung Ganderkesees Kaufleute sollen Einkauf zum Erlebnis machen

Von Thorsten Konkel, Thorsten Konkel | 29.08.2016, 16:39 Uhr

Wie können Ganderkesees innerörtliche Einzelhändler sich angesichts eines wachsenden Drucks durch den Onlinehandel und immer größerer Einkaufszentren auf der grünen Wiese behaupten? Was hilft gegen den bereits massiven Kaufkraftabfluss aus dem Ort? Und wie sollen Kunden, die sich für das Einkaufen im Ort entschließen, wieder in die Läden der Einzelhändler an der Rathausstraße gelenkt werden? Diese Fragen haben die Ganderkeseer CDU, ihr niedersächsischer Generalsekretär Ulf Thiele und Ganter-Markt am Montagvormittag diskutiert.

Der Neugestaltung von Ganderkesees einstigem Schmuckstück, dem Marktplatz, kommt bei der Belebung des Ortskerns eine entscheidende Rolle zu, das sah auch Thiele so. Ebenso von besonderer Bedeutung sei dabei die von der CDU initiierte Überarbeitung des Einzelhandelskonzepts , machte der Christdemokrat deutlich.

Einzelhandelskonzept

Denn erst nach dem 2009 aufgelegten Konzept begann eine Entwicklung , die sich alles andere als hilfreich für Ganderkesee örtliche Einzelhändler entpuppt hat: Mit dem Bau der Märktezentren Aldi/Inkoop und Famila hielt die Verödung Einzug in die Rathausstraße: „Wie können wir die Kunden wieder in unsere Geschäfte kriegen?“, fragte Wilm Denker, Schuhhändler und stellvertretender Vorsitzender der Werbegemeinschaft Ganter-Markt. Denn mit der Passage vom Famila-Markt zum Marktplatz habe sich nicht die erhoffte Scharnierfunktion ergeben.

Umgestaltung des Marktplatzes

A bhilfe könne nur die nun beschlossene Umgestaltung des Platzes schaffen , stellte CDU-Ratsherr Ralf Wessel fest. Wessel nährte aber zugleich die Furcht vor weiterer Verödung: „Wenn die LzO aus ihrem Gebäude am Marktplatz ausziehen sollte, wird es schwer, einen geeigneten Einzelhandelsnachfolger zu finden“, sagte er. Zu speziell sei das Gebäude damals auf die Belange der Sparkasse und ihrer Kunden zugeschnitten worden. Investitionen des Immobilienbesitzers seien darum einzufordern.

Auch Thiele warnte davor, aus dem jetzigen Kreditinstitut lediglich Büros zu machen: „Kommt kein Einzelhandel, gibt es keine ordentliche ,Brücke‘ zwischen den Läden mehr“, befürchtete er.

Forderung nach Parkplätzen

Als Zeichen der Zeit wertete der CDU-Generalsekretär die immer drängendere Forderung nach Parkplätzen direkt vor den Geschäften. Weit laufen wolle niemand mehr zum Einkaufen, so die Lehre, die auch Schuhhändler Denker gezogen hat. Darum sei eine gute Versorgung mit Parkflächen bei der Marktgestaltung wichtig. Auch um die Aufenthaltsqualität sorgte sich die CDU.

Einkaufserlebnisse schaffen

„Kunden kann man heutzutage nur über Events und besondere Verkaufsveranstaltungen zurückgewinnen“, riet Thiele. Die ausgefallenen Einkaufsaktionen zögen nämlich auch diejenigen an, die bereit seien, auch teuere Güter zu kaufen. „Wer für 400 Euro ein Paar Schuhe kaufen will, der erwartet aber ein echtes Erlebnis“, sagte Thiele. Dieses zu bieten, sind die im Ganter-Markt zusammengeschlossenen Kaufleute durchaus bereit – wenn man sie denn nur lässt: „Wir veranstalten viele Feste und Einkaufsaktionen“, betonte Denker. Dazu gehörten auch die verkaufsoffenen Sonntage. Jetzt gebe es eine landesweite Regelung, die nur noch vier pro Jahr und Gemeinde zuließe. „Das ist kontraproduktiv“, so Denker.

Bürokratische Einschränkungen drohen

Noch weitere bürokratische Einschränkungen drohten den Kaufleuten nun durch das Landesraumordnungsprogramm, das die rot-grüne Landesregierung auf den Weg bringen will, blickte Thiele voraus. Seine Empfehlung: „Jetzt mit dem Einzelhandelskonzept arbeiten und die Weichen stellen, so lange das noch möglich ist.“