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Dach durch Wassermassen eingestürzt Überschwemmungen nach Starkregen im Landkreis Oldenburg

Von Thorsten Konkel, Thorsten Konkel | 30.06.2017, 12:18 Uhr

Sandkrug/ Landkreis Oldenburg. Starkregen, vollgelaufene Keller und überschwemmte Straßen haben die Feuerwehren im Landkreis Oldenburg bis tief in die Nacht zu Freitag gefordert. Auch am Freitagmorgen beseitigten Helfer noch die Folgen der Unwetterfront, die am Donnerstagnachmittag aufgezogen war. Mit Regenmengen von bis zu 50 Litern pro Quadratmeter vom Unwetter besonders betroffen waren die Gemeinde Hatten und die Stadt Wildeshausen.

In Hatten wurden die Feuerwehren am Donnerstag um 18.06 Uhr alarmiert. „Schlimm war es an der Schultredde und entlang der Bahnhofstraße“, berichtete Timo Nirwing, Sprecher der Hatter Gemeindefeuerwehr.

Sporthalle vor Überflutung gerettet

Äußerst knapp konnten die insgesamt 70 Einsatzkräfte am dortigen Schulzentrum die Überflutung der neuen Sporthalle der TSG Hatten Sandkrug verhindern. „Hätte das Wasser drei Zentimeter höher gestanden, dann wäre der Hallenboden überspült worden“, so Nirwing. Auch ein Brautmodengeschäft an der Bahnhofstraße konnten die Helfer vor den Fluten schützen.

Restaurant unter Wasser

Weniger Glück hatten ein Gastronom an der Bahnhofstraße sowie eine Familie am Schulweg. An der Ecke Bahnhofstraße/Gartenweg wurde der Keller des Restaurants „Pfefferkorn“ überflutet. Und Fäkalien drangen aus der völlig überforderten Kanalisation in ein Einfamilienhaus am Schulweg ein. Auch eine Tiefgarage stand unter Wasser.

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Vollgelaufene Keller

Vollgelaufene Keller mussten auch in Hatterwüsting leer gepumpt werden. „Bis in die Nacht hinein waren die Helfer der Feuerwehren aus Sandkrug, Kirchhatten und Wardenburg mit 13 Fahrzeugen im Einsatz, auch das THW Wardenburg sowie die Schnelleinsatzgruppe der Malteser wurden hinzugezogen“, zählte Nirwing die eingesetzten Kräfte auf.

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Dach von Waschanlage eingestürzt

In der Kreisstadt Wildeshausen richten die Wassermassen Schaden in noch unbekannter Höhe an: Am Westring brach unter der Last des Regenwassers das Dach einer Autowaschanlage ein. Gerade noch rechtzeitig konnte die Anlage evakuiert werden, verletzt wurde niemand. Zudem wurden mehrere Firmengelände überspült, auch hier lagen noch keine Meldungen über Schäden vor.

Verkehrschaos stoppt Bahnverkehr in Wildeshausen

Auch ein zeitweiliges Verkehrschaos erfasste die Stadt infolge des Starkregens: In Sturzbächen fluteten die Wassermassen tiefer gelegene Hauptkreuzungen in der Innenstadt, darunter die Bargloyer Straße sowie die Querung Heemstraße/ Visbeker Straße/ Ahlhorner Straße und Westertor. Infolgedessen wurde in Höhe der Visbeker Straße kurzzeitig auch der Bahnverkehr auf der Strecke Bremen-Osnabrück angehalten. Später fuhren die Züge im Schritttempo weiter. Feuerwehrleute regelten den Verkehr.

Sandsackwälle aufgebaut

Mit einem Sandsackwall wurde die besonders betroffene Düngstruper Straße gegen die Wassermassen gesichert. Wegen des weiter anhaltenden Regens drohte am Freitagmorgen noch ein Garagendach an der Kapitän-Lehmann-Straße einzustürzen, berichtete Wildeshausens stellvertretender Ortsbrandmeister Conrad Cramer. Hier gelang es den eingesetzten Kräften jedoch, das Dach von den Wassermassen zu entlasten, zu einem Gebäudeschaden kam es nicht.

Krankenhaus Johannenum diesmal nicht betroffen

Bewährt hatte sich laut Cramer auch die stählerne Barriere, ein aufklappbarer Flutwall, mit dem das in der Innenstadt gelegene Krankenhaus Johanneum seine tiefer gelegenen Gebäudeteile gesichert hat. „Für die Feuerwehr gab es am Johanneum nichts zu tun“, zeigte sich Cramer erleichtert. Am 29. Juli 2013 war es nach Starkregenfällen zu erheblichen Schäden an der zentralen Belüftungsanlage des Krankenhauses gekommen. Wassermassen aus der städtischen Kanalisation hatten das gesamte Untergeschoss geflutet. Die vorläufige Bilanz der jüngsten Regenfälle in Wildeshausen: Mehr als 35 Einsätze für die Feuerwehren Wildeshausen-Stadt und Düngstrup, verstärkt um Einheiten aus Neerstedt und Dötlingen.

Zeltlager abgebrochen

Ein vorgezogenes nasses Ende nahm am Freitagnachmittag für 350 Gäste und ihre Betreuer auch das Zeltlager der Kreisfeuerwehrjugend in Mentzhausen (Kreis Wesermarsch). Es musste wegen des Wetters abgebrochen werden.