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Dank für 30-jährige Forschung Ganderkesees Bürgermeisterin ehrt Georg Müller

Von Thorsten Konkel | 17.04.2015, 23:28 Uhr

In Müllers Werk „Europas Feldeinfriedungen“ stecken mehr als drei Jahrzehnte Fleiß. Georg Müller ist am Freitagabend im Rathaus geehrt worden. Eine Lebensleistung, der weitere folgen könnten.

Für die Schaffung des umfangreichsten Werks, das jemals über Europas Hecken, Wallhecken, Feldmauern und sonstige Feldeinfriedungen geschrieben wurde, ist der Ganderkeseer Georg Müller gestern Abend im Rathaus von Ganderkesees Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas mit einem Empfang geehrt worden.

1000 Seiten starke Dokumentation

Mehr als 30 Jahre lang hat Müller für die beiden gut 1000 Seiten dicken Bände „Europas Feldeinfriedungen“ geforscht, die mittlerweile in den Rang eines wissenschaftlichen Standardwerks erhobenen wurden. Viele Hunderttausende Kilometer hat er quer durch Europa für die Recherchen zu dem 2013 vollendeten Monumentalwerk zurückgelegt. Mit der Goldenen Mispel ist Müller bereits in den Niederlanden für sein Werk ausgezeichnet worden.

Lebensleistung gewürdigt

Müller habe kompromisslos höchste Ansprüche an sich und seine Arbeit gestellt und sie erfüllt, lobte ihn die Bürgermeisterin. „Eine Lebensleistung, kein Lebenswerk, das klänge zu endgültig. Wer weiß, was er noch hervorbringt“, blickte sie voraus. Den ausgewiesenen Experten für Pilze und Feldeinfriedungen zeichne Hartnäckigkeit aus. „Diese kann manchmal unbequem sein, “, betonte sie. Dafür sage Müller stets klar, was er denke.

Als Geschenk überreichte die Verwaltungschefin Müller symbolisch einen Miniaturbaum. „Wir wollen gemeinsam einen großen im Bookholzberger Erlebniswald pflanzen“, sagte sie und überließ ihm die Wahl der Art. „Eine Stileiche soll es werden“, rief er ihr zu. Der Baum kann 1000 Jahre alt werden.

Hilfe für Tsunami-Opfer

Noch eine ganz andere Seite Müllers stellte die Bürgermeisterin heraus: „Zugewandt und verständnisvoll ist er auch“, beteuerte sie. So habe sich das Ehepaar Müller herausragend um Opfer der Tsunamikatastrophe von 2004 in Koggala in Sri Lanka gekümmert. Unter den Laudatoren lobte Professor Dr. Uwe Meiners, Leiter des Museumsdorfes in Cloppenburg, Müllers große autodidaktische Leistung als Nichtwissenschaftler: „Das Werk ist Grundlage für spätere Generationen.“

Umweltminister lässt grüßen

Die Grüße des Niedersächsischen Umweltministers Stefan Wenzel überbrachte Ministerialrat Norbert Burget. Man brauche ehrenamtliche streitbare Querdenker wie Müller, eben solche unermüdliche Mahner, um die Natur zu erhalten, sagte er. Professor Dr. Gerd Turowski vom NABU Delmenhorst verriet den rund 90 Gästen, dass Müller schon als Vierjähriger mit den Eltern den Wald erkundet und sich für Pilze begeistert habe.