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Debatte über Festplatz Bald Flüchtlinge auf dem Ganderkeseer Festplatz?

Von Thorsten Konkel | 19.08.2015, 09:23 Uhr

Feiern war gestern: Immer weniger Veranstalter wollen auf den Festplatz. Jetzt wird die Fläche in bester Ortslage offen als Standort für Flüchtlingsunterkünfte diskutiert.

Der 2009/10 ausgebaute Festplatz an der Raiffeisenstraße verliert zusehens seine Funktion. Nachdem der Ganderkeseer Bauernmarkt 2015 wieder an der Westtangente stattfindet und in diesem Jahr erstmals der Herbstmarkt dem Areal den Rücken kehrt, diskutiert die Politik eine neue Nutzung – sogar als innerörtliche Fläche für mobile Flüchtlingsunterkünfte.

Mobile Unterkünfte schon 2016?

„Wenn der Flüchtlingsstrom weiter so anhält, und angesichts der Wohnungsknappheit, müssen wir auch diese Optionen prüfen“, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende Dietmar Mietrach. Mobile Unterkünfte könnten schon im nächsten Jahr aufgestellt werden. „Versorgungsanschlüsse liegen bereits, das Gelände in der Ortsmitte bietet kurze Wege, die bei der Integration helfen“, erläutert Mietrach. Zudem sei diese Lösung besser, als Mobilunterkünfte an abgelegenen Stellen aufzustellen. Das als „Multifunktionalfläche“ ausgelegte Areal ist als Parkplatz und an zehn Tagen als Festplatz ausgelegt. Laut Verwaltung kostete der Umbau seinerzeit rund 420.000 Euro. Die Entscheidung für den Ausbau sei aus damaliger Sicht richtig gewesen, betont Mietrach.

Wohncontainer kein Tabu mehr

Für den SPD-Fraktionsvorsitzenden Werner Brakmann sind Wohncontainer dort ebenfalls kein Tabu mehr. Vor jeglicher Diskussion über eine Nutzung des Platzes sei zunächst abzuwarten, ob das „Experiment Kirmes“ im Ort beim Herbstmarkt punkten kann.

„Die Anbindung von Flüchtlingen an die Bevölkerung könnten wir mit maximal 25 Bewohnern gewährleisten, es darf kein Getto entstehen“, sagt Brakmann.

Besser Treff für Ganderkesees Jugend

Christian Marbach (Fraktion Marbach/UWG) ist gegen eine Unterbringung und würde nötigenfalls ortsnahe Gewerbegebiete als Standort für Sammelunterkünfte vorziehen. Der Festplatz sollte besser zum Treff für Ganderkesees Jugend werden.

Die FDP habe nie einen derartig groß dimensionierten Festplatz für wünschenswert gehalten, betont die FDP-Fraktionsvorsitzende Marion Daniel. „Stattdessen haben wir einen Parkplatz für Pendler mit einer Brücke zum Bahnhof gefordert“, sagt sie und steht ebenfalls der Diskussion um Mobilunterkünfte offen gegenüber. „Wenn es an der Zeit ist, muss alles auf den Prüfstand“, betont sie.

„Multifunktionsparkplatz“

Eher als „Multifunktionsparkplatz“ denn als Festplatz habe die Fläche sich seit dem Ausbau einen Namen gemacht, zu gering sei die Auslastung, betont der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler Arnold Hansen: „Das konnte man damals nicht erahnen, von daher war die Entscheidung zum Ausbau richtig.“ Dort Flüchtlinge unterzubringen hält Hansen grundsätzlich für falsch. „Die Flüchtlinge würden doch wie auf dem Präsentierteller sitzen“, sagt er. Gegen die Sammelunterkünfte spricht sich auch Dr. Volker Schulz-Berendt (Grüne) aus.