Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Debatte um neuen Versorgermarkt Supermarkt in Bookholzberg: Irgendwer muss immer weit fahren

Meinung – Johannes Giewald, Johannes Giewald | 15.03.2017, 07:29 Uhr

In einem Neubaugebiet in Bookholzberg steht die Genehmigung zum Bau eines neuen Lebensmittelmarktes auf der Kippe. So groß der Wunsch der Anwohner nach einem neuen Markt auch ist, Konsequenzen für die Konkurrenz sollten bedacht werden, meint unser Kommentator.

Der Wunsch, sich unmittelbar vor der Haustür mit Lebensmitteln eindecken zu können, ist nachvollziehbar. Noch verständlicher ist der Frust, wenn wie in Bookholzberg der lang versprochene Bau eines neuen Supermarktes doch abgesagt wird.

Dennoch kann in einer ländlichen Gegend und einer so weitläufigen Gemeinde wie Ganderkesee der Wunsch einer fußläufigen Versorgung nicht für alle erfüllt werden. Ein Lied davon singen können sicherlich Bewohner in Bürstel, Immer, Falkenburg oder Bergedorf, die zum Einkauf noch weitere Wege auf sich nehmen müssen, als die Menschen im Bookholzberger Norden.

Die weißen Flecken mit neuen Märkten zu erschließen, ist sicherlich für die direkten Anwohner attraktiv. Wenn die wirtschaftlichen Nachteile dadurch für andere Märkte allerdings so groß sind, dass eine Schließung drohen könnte, spricht das gegen einen neuen Konkurrenten. Denn dann müssen andere wiederum weitere Wege antreten, um sich zu versorgen. Von leer stehenden großflächigen Marktgebäuden in anderen Ortsteilen hat zudem niemand etwas. Ob diese Konsequenzen durch die Entstehung eines neuen Lebensmittelmarkts in Bookholzberg wirklich drohen, sollte von den Entscheidungsträgern jedoch gründlich überprüft werden, ehe den Bürgern vor Ort der neue Markt verwehrt wird.