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Die Wälder nach Sturm Xavier Baumfällung am Dorfring in Stenum mit Straßensperre

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 18.10.2017, 19:38 Uhr

Sturmtief Xavier hat in den Forsten viele Einzelbäume umgeworfen. Außer in Stenum sind die Gefahrenstellen zwischen Delmenhorst und Hasbruch beseitigt.

Wer in diesen Tagen die hiesigen Wälder durchstreift, sollte nicht nur wegen der Herbstfarben den Blick nach oben richten und auf den Zustand der Baumkronen achten. „Nach den jüngsten Stürmen können immer noch abgebrochene oder angeknickte Äste in den Kronen hängen und jederzeit herabstürzen“, warnt Jens Meier. Der Förster münzt die Warnung auch auf die beliebten Naherholungsgebiete Hasbruch, Reiherholz, Stenumer Wald und Tiergarten Delmenhorst in seinem Revier.

Warnung in den Wind geschlagen

Die Forstmitarbeiter hatten vor allem nach dem Sturmtief Xavier, das in der ersten Oktoberwoche über Deutschlands Norden hinweggebraust ist, alle Hände voll zu tun, um Schäden und Gefahrenstellen in den Wäldern zu beseitigen. „Die Verkehrssicherungspflicht ist eine gesetzliche Auflage“, erläutert Meier. Deshalb war am Wochenende nach dem Sturm grundsätzlich vor dem Betreten der Wälder gewarnt worden. „Viele Leute haben unsere Warnung ignoriert“, hat Meier beobachtet.

Dorfring Stenum wird gesperrt

Seither waren immer wieder mal für das Beseitigen zerfetzter Kronen, umgeworfener oder schräg stehender Bäume einzelne Wege zeitweilig gesperrt. „Mit einer Ausnahme haben wir alles Erkannte abgearbeitet“, berichtet der Revierförster. Die Ausnahme betrifft den Stenumer Wald im Bereich Dorfring. Dort droht ein Baum umzustürzen, und bei anderen sind die Kronen zerfetzt. Deshalb wird der Dorfring am Montag, 23. Oktober, zwischen dem Hotel Backenköhler und der Bahnhofstraße gesperrt. „Wir brauchen einen Hubsteiger. Alle verfügbaren Geräte sind bis Montag andernorts im Einsatz“, erläutert Meier. Für den Bereich Dorfring bestehe keine unmittelbare Gefahr. „Aber noch einen Sturm möchten wir mit diesem Baum nicht erleben“, ergänzt er.

Schäden halten sich in Grenzen

Die Tage nach den Arbeiten am Dorfring nutzen der Revierförster und sein Team für die Vorbereitung von Waldjugendspielen am Ende der Woche. In den Wochen danach werden Sturmschäden mitten in den Waldstücken beseitigt. „Noch voll im Laub, haben die Bäume wie Windsegel im Sturm gestanden. Die Böden waren von Regen aufgeweicht. Das hat viel Windwurf ergeben“, resümiert Meier. Das gelte für viele Wälder in der Region, ergänzt Knut Sierk, Pressesprecher der Niedersächsischen Landesforsten. Allerorten habe es Einzelwürfe gegeben, und der Aufwand fürs Bergen der Bäume sei groß. Gleichwohl hält sich Sierk zufolge der Schadenfür die Landesforsten in Grenzen: „In Kürze beginnt die Holzernte. Da können die umgestürzten Bäume gleich mitvermarktet werden.“ Er erkennt keinen Anlass für flächige Wiederaufforstungen. „Wo es sich anbietet, setzen wir auf Naturverjüngung. Wo einzelne Baumarten gefördert werden sollen, gibt es gezielte Nachpflanzungen.“ Im Hasbruch zum Beispiel gilt der Eiche besondere Aufmerksamkeit.