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Diskussion über 380-kV-Leitung Erdkabel bei Harpstedter Häusern und Höfen gefordert

Von Thomas Deeken | 02.06.2015, 23:35 Uhr

Hans-Joachim Janßen, Landtagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen und Sprecher für Agrarpolitik, Naturschutz und Raumordnung, hat am Dienstag in Mahlstedt-Wohlde in der Samtgemeinde Harpstedt über die geplante 380-kV-Leitung von Ganderkesee nach St. Hülfe diskutiert. Er versprach, sich für die Erdverkabelung einzusetzen. Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse vermisste am Ende aber den Mut zu klaren Aussagen.

„Ich setze mich für eine Erdverkabelung ein und werde alles versuchen, was möglich ist. Ich weise aber darauf hin, dass es hier um ein Rechtsverfahren geht.“ Das hat der Grünen-Landtagsabgeordnete Hans-Joachim Janßen am Dienstag auf dem Hof Wohlde 3 – zwischen Wildeshausen und Harpstedt gelegen – betont.

Mehr als 20 Häuser und Höfe betroffen

Mehr als eine Stunde lang diskutierte er mit Harpstedts Samtgemeindebürgermeister Herwig Wöbse, Ratsmitgliedern, Vertretern anderer Kommunen und besorgten Bürgern über die 380-kV-Leitung von Ganderkesee nach St. Hülfe , die als Freileitung durch die Samtgemeinde geplant ist. Gefordert werde allerdings eine Erdverkabelung – zumindest dort, wo die Abstände von 200 Metern zu Einzelhäusern nicht eingehalten werden. Das ist laut Wöbse bei mehr als 20 Häusern und Höfen auf der gesamten rund 61 Kilometer langen Strecke der Fall, bei weiteren 14 Gebäuden werde noch rechtlich geprüft, ob die Abstände eingehalten werden müssten. Dem Hof Wohlde 3 nähert sich die geplante Freileitung beispielsweise bis auf 150 Meter.

Hoffnung auf politische Unterstützung

„Wir erwarten die politische Unterstützung des Landes“, appellierte Wöbse in Richtung Janßen, der mit Fragen durchlöchert wurde und der sich aus politischer Sicht deutlich für die Erdverkabelung aussprach. Es gebe allerdings derzeit Gesetze, „die verquast sind“. Er werde aber recherchieren, ob es nicht kostengünstiger ist, in größeren Abschnitten Erdkabel zu verlegen, und inwiefern es sinnvoll ist, zwischen zwei Erdkabelverbindungen in Ganderkesee ein anderthalb Kilometer langes Freileitungsstück mit zwei Kabelübergangsanlagen einzubauen – „eine unsinnige Planung“, wie Ganderkesees Fachbereichsleiter Peter Meyer betonte.

„Mehr Mut zu klaren Aussagen gewünscht“

Beantwortet werden müsse außerdem, wie viel der Landesregierung der Schutz von Anwohnern wert ist, ob die 200-Meter-Abstandsmarke noch aufgeweicht werden könnte und ob es im Juli zu einem Gespräch zwischen den Bürgermeistern der betroffenen Kommunen und Umweltminister Stefan Wenzel kommen wird. Am Ende ermunterte Janßen alle Diskussionsteilnehmer, ihn per E-Mail mit weiteren Informationen zu versorgen. Kommentar von Wöbse: „Ich hätte mir mehr Mut zu klaren Aussagen gewünscht.“