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Diskussion über UWG-Antrag Keine weiteren Dolmetscher an Schulen in Ganderkesee

Von Dirk Hamm und Thorsten Konkel | 09.03.2017, 19:22 Uhr

Aus Sicht der Verwaltung besteht keine Notwendigkeit, an den gemeindeeigenen Schulen zur besseren Integration von Flüchtlingen einen Dolmetscher mit festen Sprechzeiten einzustellen. Diese Forderung hatte die UWG-Fraktion per Antrag ins Spiel gebracht.

Wie die Verwaltung jetzt im Ausschuss für Schulen, Jugend und Sport mitteilte, hat die Gemeinde im Januar 2016 mithilfe des Sonderprogramms „Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug“ zwei Stellen eingerichtet. Diese seien mit Menschen besetzt, die durch ihre Sprachkenntnisse als Dolmetscher im Rathaus, in Schulen und Kindergärten, in Gemeinschaftsunterkünften und bei Arztbesuchen helfen können.

Dolmetscher unterstützen bei Schulanmeldung

Auf dem Höhepunkt der Zuwanderung konnten der Mitteilung zufolge alle Schulanmeldungen mit der Unterstützung eines Dolmetschers vorgenommen werden. „Wir halten das Problem des Dolmetschens mit den zwei Stellen für abgedeckt“, sagte Bürgermeisterin Alice Gerken im Ausschuss.

UWG-Fraktionschef Carsten Jesußek kritisierte, dass die Verwaltung in ihrer Antwort auf den Antrag nicht die Schulen hinsichtlich des Bedarfs an Übersetzern befragt habe. „Ich halte es nach wie vor für sinnvoll, feste Sprechzeiten mit Dolmetschern einzurichten“, so Jesußek.

Pool von Sprachmittlern beim Landkreis

Aus Sicht der UWG sind solche Sprechzeiten insbesondere notwendig, wenn es um Themen gehe, bei denen Flüchtlingseltern mit anwesend sein müssen und der deutschen Sprache noch nicht mächtig sind.

Die Gemeinde weist in ihrer Mitteilungsvorlage darauf hin, dass der Landkreis einen Pool von Sprachmittlern führe, die bei Bedarf angefordert werden können. In klar definierten Fällen wie etwa Einschulungsuntersuchungen übernehme der Landkreis dann die Kosten. Wenn Übersetzer für pädagogische Elterngespräche benötigt werden, seien die Kosten von der anfordernden Stelle zu übernehmen.

Grundschule Lange Straße soll moderner werden

Vor der Sitzung ließ sich der Ausschuss von Schulleiter René Jonker den hohen und wohl kostenintensiven Sanierungs- und Umgestaltungsbedarf der Grundschule Lange Straße erläutern. Sein Fazit: „Wir brauchen mehr als bloß frische Farbe an den Wänden.“

Demnach fehlt ein Forum für Veranstaltungen, welches durch den Ausbau des Eingangsbereichs entstehen könnte. Auch eine Schulküche, bessere Toiletten sowie eine Verlagerung und Vergrößerung der Schulbücherei werden angestrebt.

Die Hoffnung des Schulleiters: Mittel für die Sanierung schon im Haushalt 2018. Auch die Eltern sollen bald in die Planung eingebunden werden.