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Diskussion um Rettungsdienst DRK-Skandal: Verantwortliche hüllen sich in Schweigen

Von Dirk Hamm | 27.09.2016, 22:25 Uhr

In der durch einen anonymen Brief ausgelösten Diskussion um Personalengpässe und Versorgungsmängel beim Rettungsdienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Ganderkesee halten sich die Verantwortungsträger weiter bedeckt. Sowohl aus dem Kreishaus in Wildeshausen als auch seitens des DRK-Kreisverbands war am Dienstag niemand zu einer inhaltlichen Bewertung der vorgebrachten Beschwerden bereit.

Der Verfasser des Schreibens hatte, wie berichtet, eine „mittlerweile unerträgliche Situation im Rettungsdienst“ angeprangert. Ob etwa die Behauptung, in den vergangenen Wochen hätten acht haupt- und nebenamtliche Mitarbeiter der noch bis Jahresende vom DRK betriebenen Rettungswache in Ganderkesee gekündigt, der Wahrheit entspricht, mochte Michael Venzke, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands Oldenburg-Land, auf dk-Nachfrage weder bestätigen noch dementieren.

Weitere Stellungnahmen, die das dk erreicht haben, untermauern die Angaben des anonymen Schreibers. Aus anderer Quelle wurde hingegen versichert, dass die vor allem gegen den Führungsstil des ärztlichen Leiters des Rettungsdienstes im Landkreis, Dr. Peter Günther, gerichteten Vorwürfe nicht der Wahrheit entsprechen.

Kein öffentliches Forum für anonyme Schreiben

Venzke verwies auf eine Absprache zwischen dem Landkreis und dem DRK, nur gemeinsame Stellungnahmen bis zum Ende der Partnerschaft beim Rettungsdienst am Jahresende abzugeben. Landrat Carsten Harings hatte am Montag erklärt, anonyme Schreiben nicht in der Öffentlichkeit diskutieren zu wollen.

Günther berief sich gegenüber dem dk ebenfalls auf diese Sprachregelung. Zugleich wischte der Mediziner Zweifel an der notfallmedizinischen Versorgung in Ganderkesee und umzu beiseite: „Sie müssen sich um die rettungsdienstliche Vorhaltung keine Sorgen machen.“

Ortsverein des DRK zwischen den Stühlen

Die neuerlichen Turbulenzen um den DRK-Rettungsdienst machen den Ehrenamtlichen des Verbands zu schaffen, wie Andreas Strodthoff, 2. Vorsitzender des DRK-Ortsvereins Ganderkesee, durchblicken ließ. Der Ortsverein sitze zwischen den Stühlen. „Wir hoffen und bauen darauf, dass die Verantwortlichen im Landkreis und im Kreisverband sich der Bedeutung des Rettungsdienstes bewusst sind“, sagte Strodthoff.