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Diskussion vor Haus Cristina in Rethorn Flüchtlingskonzept für gesamte Gemeinde gefordert

Von Thomas Deeken | 07.07.2015, 23:36 Uhr

Die Rethorner vermissen ein Flüchtlingskonzept für die gesamte Gemeinde Ganderkesee. Das hat Jörn Siefkes, einer der Sprecher der Koordinierungsgruppe Rethorn, am Dienstag, 7. Juli 2015, vor dem Haus Cristina betont.

Bisher sei die Gemeinde planlos vorgegangen, „und das ist ernüchternd“, sagte Siefkes vor neun Ratsmitgliedern und vor mehr als 80 Bürgern aus Rethorn. Sie befürchten, dass 50 statt 20 bis 25 Flüchtlinge im Haus Cristina untergebracht werden könnten.

„Falsche Reihenfolge“

Cindy Klüner (CDU) erklärte, man sei gerade dabei, einen Plan aufzustellen und weitere Objekte auszuloten. Für Siefkes sei die Reihenfolge falsch. Zuerst müsse ein Konzept her. Anschließend könne man über die einzelnen Objekte diskutieren. Das unterstrich auch Ratsherr Christian Marbach. Es sei falsch, mit einer Einzelentscheidung loszulegen. Themen wie Integration, Betreuung und Transport seien überhaupt noch nicht ausdiskutiert worden. Außerdem gebe es noch keine Informationen darüber, was künftig in den Kindertagesstätten und Schulen passieren soll.

„Alle Angebote müssen auf den Tisch“

Hans-Jürgen Hespe erläuterte, dass die Gemeinde sehr wohl ein Konzept habe – und zwar das der dezentralen Unterbringung von Flüchtlingen. Das habe auch viele Jahre gut geklappt. Wegen der hohen Flüchtlingszahlen müsse man nun aber auch über zentrale Stellen wie in Rethorn oder Steinkimmen nachdenken. Dazu Siefkes: „Alle Angebote müssen auf den Tisch. Neben Rethorn und Steinkimmen soll es noch weitere drei bis vier Angebote geben.“

Carsten Jesußek (CDU) betonte, der gesamte Rat stehe geschlossen hinter den Rethornern. Er werde die Anregungen und Sorgen mitnehmen, schlug den Bürgern aber auch vor, sie sollten einen Katalog mit derzeit noch offenen Fragen an die Verwaltung schicken. Und zum Thema Transport meinte Jesußek: Jeder Asylbewerber werde ein Fahrrad bekommen.

Fred Molde (SPD) informierte außerdem, dass auch in puncto Bildung etwas getan werde: Bis Silvester sei eine halbe Stelle für eine Frau genehmigt worden, die mehrere Sprachen spreche und verschiedene Schriften kenne.

„Keine Totalverweigerung in Rethorn“

Klaus Schütte vom Vorstand des Ortsvereins Rethorn wies generell darauf hin, dass in der Ortschaft nie eine Totalverweigerung zur Diskussion gestanden habe: „Uns ist sehr wohl bekannt, dass auch Rethorn Flüchtlinge aufnehmen muss.“ Und weil das auch andere Ortschaften treffen könne – wie Ganderkesee oder Elmeloh, so Jens Gause von den Grünen –, forderte Ratsherr Otto Sackmann eine bessere Informationspolitik für alle. So sollte es überall in der Gemeinde Bürgerversammlungen zum Thema Flüchtlinge geben.

 

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