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dk-Gespräch mit Hans-Jürgen Hespe „Bahnübergang in Schierbrok gefühlt immer geschlossen“

Von Thomas Deeken, Thomas Deeken | 09.07.2017, 20:59 Uhr

Für Schierbroker und Stenumer ist der Bahnübergang in Schierbrok, der „gefühlt immer geschlossen ist“, ein Dauerproblem. Das hat Hans-Jürgen Hespe, Vorsitzender des Orts- und Heimatvereins Schierbrok-Stenum, in der Serie „Zukunft der Ortsteile“ gegenüber dem dk mitgeteilt.

Herr Hespe, worüber haben Sie sich in diesem Jahr bisher am meisten gefreut?

Hans-Jürgen Hespe, Vorsitzender des Orts- und Heimatvereins Schierbrok-Stenum: Über die gute Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung und dem Kommunalservice Nord-West. Immer zeigt man sich unseren Problemen gegenüber aufgeschlossen und hilfsbereit. Manche Dinge dauern länger, weil womöglich auch politische Entscheidungen erforderlich sind. Um so erfreulicher ist es, wenn man das gute Ergebnis im Interesse unserer Bürger dann auch sehen kann, wie zum Beispiel die Verbesserung der Querung der Schierbroker Straße/Zur Ollen, damit Fußgänger und Radfahrer die Sporthalle sicherer erreichen können.

Und was hat Sie geärgert?

Ich ärgere mich fast nie. Bringt nichts, höchstens neuen Ärger.

Gibt es ein Dauerproblem?

Ein Dauerproblem für uns Schierbroker und Stenumer ist der Bahnübergang in Schierbrok, der gefühlt immer geschlossen ist. Wir stehen nicht nur selbst zu oft vor den geschlossenen Schranken. Wir müssen auch befürchten, dass uns einmal Rettungsdienst oder Feuerwehr nicht rechtzeitig erreichen.

Was steht demnächst noch Wichtiges für die Bürger an?

Uns beschäftigt immer die Frage des Ausbaus unserer unbefestigten Wege. Viele leiden im Sommer an der Staubentwicklung und im Winter am Matsch. Die Eigentümer haben das Problem, dass sie den Ausbau teuer bezahlen und darüber hinaus danach unter dem zunehmenden Kraftfahrzeugverkehr leiden müssen.

Was muss aus Ihrer Sicht außerdem langfristig geändert werden?

Für Schierbrok-Stenum muss ein Ortsmittelpunkt entwickelt werden. Die Bahnhofstraße bedarf dringend des Umbaus mit ansprechenden Nebenanlagen und dörflichem Charakter. Wir würden uns über die Aufnahme ins Dorferneuerungsprogramm sehr freuen. Der ÖPNV könnte durch zusätzliche Halte der Züge verbessert werden. Der Bürgerbusverein ist eine gute Ergänzung, aber wir würden uns eine Wiederanbindung an den Linienverkehr der Delbus wünschen.

Gibt es bei Ihnen im Verein Nachwuchssorgen?

Wir haben zurzeit etwa 300 Mitglieder zumeist im Rentenalter. Junge Leute sind nur schwer für die aktive Vereinsarbeit zu interessieren. Aber: Vorstand und Beirat zeigen immer viel Interesse und Engagement. Besonders unsere Arbeitsgruppe für den Stenumer Wald und das Veranstaltungsteam zeigen erfreulichen Einsatz. Mehrmals im Jahr werden Wanderungen und kulturelle Ausflüge organisiert. Highlights sind das Maibaumsetzen sowie das Schmücken unserer Oster- und Weihnachtsbäume mit geselligem Beisammensein.

Gibt es einen Höhepunkt im Vereinsleben?

Höhepunkt ist unser Dorffest, das in allen ungeraden Jahren zum Erntedankfest stattfindet und bei Besuchern aus der ganzen Gemeinde Anerkennung findet. Leider steht uns Lüschen’s Bauerndiele mit seinem Gelände dafür nicht mehr zur Verfügung. Aber wir haben inzwischen eine sehr gute Alternative gefunden: Am Sonntag, 1. Oktober, wird das Fest im Naturgarten unserer katholischen Kirche St. Michael am Kehnmoorweg stattfinden. Die Vorbereitungen sind schon weit fortgeschritten, aber wer sich noch beteiligen will, kann sich gerne bei mir oder Fritz Gillerke melden.

Und was machen die Plattsnacker?

Bereits seit 2001 trifft sich in den Monaten Oktober bis März am 2. Dienstag im Monat unsere Plattsnackerrunde mit Helmut Weete, Erika Roselius, Waltraud Holldorf, Manfred Asendorf und Reiner Großkopf mit immer über 60 Besuchern, um Döntjes und Interessantes in unserer Heimatsprache vorzutragen. Das 100. Treffen kommt am 10. Januar 2018 auf uns zu – natürlich in besonderem Rahmen.

Warum leben Sie gerne dort, wo Sie leben?

Land und Leute gefallen mir. Was kann zufriedener machen, als in einer solchen schönen Umgebung leben zu dürfen. Wir haben uns vor einem halben Jahrhundert bewusst entschieden, von Delmenhorst hierher zu ziehen. Und das war gut so.

Gibt es Tipps von Ihnen, was sich Ortsfremde auf jeden Fall bei Ihnen anschauen müssen?

Natürlich den Stenumer Wald mit unserem Waldlehrpfad und dem Gasthof Backenköhler, die orthopädische Klinik, das Hünengrab, das Naturfreundehaus, die wunderschönen Bauernhäuser, die Kirchen, die Windmühle, die prächtigen Wohnhäuser am Forstweg und am Kehnmoorweg – einfach Schierbrok-Stenum insgesamt.