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dk-Interview mit Carsten Jesußek UWG-Fraktionschef gegen Gängelung der Ganderkeseer bei Baumschutz

Von Thorsten Konkel, Thorsten Konkel | 11.01.2018, 07:27 Uhr

Der Baumbeschnitt soll Bürgern auch künftig ohne Reglementierung möglich sein. Das fordert UWG-Fraktionschef Carsten Jesußek im dk-Interview.

Den guten und sehr kollegialen Umgang mit den Fraktionen im Rat und in den Ausschüssen lobt Carsten Jesußek, Fraktionsvorsitzender der Unabhängigen Wähler Gemeinde Ganderkesee (UWG) im Ganderkeseer Gemeinderat, im dk-Interview. Doch auch Kritik gibt es: An zu späten Einladungen zu den Ausschüssen und schlecht erläuterten Drucksachen.

 Herr Jesußek, über welche Entscheidung innerhalb der Gemeinde Ganderkesee haben Sie sich in diesem Jahr am meisten gefreut?

Carsten Jesußek: Die zu 2018 abgeschaffte Straßenausbaubetragssatzung ist das ,Top-Highlight‘ für uns und unsere Bürger. Und dass dieses fraktionsübergreifend beschlossen wurde.

 Was war für Sie das größte Ärgernis?

Die teilweise recht spät erscheinenden Ladungen zu den Ausschüssen und die damit teilweise schlecht beschriebenen Drucksachen.

 Welche Themen haben im nächsten Jahr absolute Priorität?

Beginn der Sanierungsarbeiten am Freibad und Bau des Kursbeckens, Ausbau des Kita- und Krippenplatz-Angebotes, Angebot für sozialen Wohnungsbau und damit verbunden Ausweisung neuer Baugebiete, die Ausstattung unserer Feuerwehren und Modernisierung unserer Schulen.

 Welche wichtigen Themen wurden bisher nur stiefmütterlich behandelt und müssen unbedingt auf den Tisch gebracht werden?

Umweltschutz, demografischer Wandel und seine Folgen, Straßenrenovierung und Verkehrssicherheit – etwa am Trendelbuscher Weg oder bei Querungshilfen.

 Wobei zeigen Sie absolut keine Kompromissbereitschaft und wie macht sich das deutlich?

Wenn es gegen die Belange von uns Bürgern geht. So zum Beispiel beim Thema Verkehrssicherheit, oder beim Thema Unterschutzstellung von Bäumen auf privatem Gelände, wo wir in die Privatsphäre von uns Bürgern eingreifen.

 Bei welchen Themen würden Sie am ehesten Kompromisse eingehen?

Alle Themen, die sachorientiert sind und dem Gemeinwohl dienen, egal, von welcher Fraktion etwas beantragt ist.

 Wie beurteilen Sie die politischen Diskussionen mit den Fraktionen und der Verwaltung in den Ausschüssen und Ratssitzungen in diesem Jahr?

Der Umgang miteinander ist aus unserer Sicht kollegialer geworden. Immer mehr Diskussionen sind sachorientiert und dienen einem Ziel, dem Bürger, und dienen nicht mehr dem Selbstzweck der einzelnen Fraktionen. Auch gibt es immer mehr Kompromissbereitschaft untereinander. Wir sehen der politischen Arbeit für 2018 mit anderen Parteien sehr positiv entgegen und freuen uns auf die Arbeit im Rat und den Ausschüssen. Die Zusammenarbeit mit der Verwaltung klappt im Großen und Ganzen recht gut. Auch da macht der Ton die Musik, und es liegt an jedem selbst, wie er auftritt. Wir als UWG-Fraktion versuchen, kollegial mit der Verwaltung zusammenzuarbeiten, was meistens auch gelingt. Wir sind uns im Klaren, dass wir viel Geld in die Hand nehmen müssen, um das alles zu bezahlen, was wir vorhaben. Aber all diese Maßnahmen dienen dem Bürger und tragen dazu bei, dass wir eine attraktive Gemeinde sind und bleiben. In Zeiten sprudelnder Steuereinnahmen in der Gemeindekasse müssen wir investieren, um nicht mit Krediten solche Maßnahmen zu finanzieren. Wir sind mit unserer politischen Arbeit sehr zufrieden. Wir haben in konstruktiver Zusammenarbeit innerhalb der Fraktion gute Anträge für unsere Bürger auf den Weg gebracht. Aber nicht nur das, wir haben viele Vor-Ort-Termine wahrgenommen und haben damit Bürgernähe gezeigt.