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DKMS-Aktion in Ganderkesee Über 400 Menschen wollen Blutkrebs-Patienten helfen

Von Britta Buntemeyer | 29.03.2015, 16:28 Uhr

390 Menschen aus Ganderkesee und umzu haben sich am Samstag an der Dürerstraße für die DKMS registrieren lassen. Einige, die es an diesem Tag nicht schafften, holten dies online nach.

Mehr als fünf Millionen Stammzellenspender sind derzeit weltweit bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registriert, allein in Deutschland sind es rund 3,8 Millionen. Am vergangenen Samstag kamen noch einmal über 400 potenzielle Spender aus Ganderkesee und umzu dazu. Die Registrierungsaktion in der Turnhalle Dürerstraße unter der Schirmherrschaft von Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas war ursprünglich für den leukämiekranken Christoph Schöwe (27) von dessen Freunden vom VfL Stenum gemeinsam mit der DKMS geplant. Dann war bereits vorher ein genetischer Zwilling gefunden worden, doch die Aktion in der Turnhalle sollte wie geplant stattfinden. Die Beteiligten und auch Christoph wollten es unbedingt. Denn viele andere Patienten warten noch immer auf einen geeigneten Knochenmarkspender. 390 Menschen aus Ganderkesee aber auch aus der Umgebung, speziell aus Delmenhorster Vereinen, kamen in die Turnhalle. Hinzu kommt die 1. und 2. Herrenmannschaft des TSV Ganderkesee, die es zeitlich nicht geschafft hatten und sich online per Speicheltest registrieren wollen.

Claudia Mierke hatte auf Facebook von Christoph Schöwes Geschichte erfahren. Die 46-jährige Ganderkeseerin ließ sich mit der Abnahme von fünf Millilitern Blut und der Abgabe ihrer Daten gern für die DKMS registrieren. Sie möchte nun anderen Patienten helfen. „Ich habe selbst zwei Kinder und wenn sie mal krank werden, soll ihnen ja auch geholfen werden“, so die Mutter. „Man hört so oft von der Typisierung, hat es aber vielleicht noch nicht so verinnerlicht.“ Die Ex-Prinzenpaare aus Ganderkesee spendeten 300 Euro für die DKMS, viele von ihnen ließen sich am Samstag ebenfalls registrieren.

Der VfL Stenum hatte ausgebildete Helfer gewinnen können, manche aus dem Verein, manche hatten von der Aktion gehört und meldeten sich freiwillig. 50 Mitglieder vom VfL waren zudem im Einsatz, kümmerten sich um die Erfassung der Spenderdaten und die anschließende Verpflegung. Arzthelferin Kerstin Berendt nahm als eine der freiwilligen Helferinnen den potenziellen Stammzellspendern Blut ab. Der Sohn einer Freundin spielt beim VfL Stenum. „Es ist eine gute Aktion“, meinte Berendt. „Ich helfe immer gern, habe mich selbst auch für die DKMS registriert. Je mehr von uns helfen, desto größer sind die Chancen für die Patienten.“

Nach der Datenerfassung und einer Zwischenkontrolle folgte die Blutabnahme und die Endkontrolle. Für die DKMS war Malte Rinkens vor Ort. Registrierungsaktionen auf Initiative einer Gruppe wie des VfL Stenum finden laut Rinkens häufig statt. „Jedes Wochenende gibt es solche öffentlichen Aktionen.“ Auch wenn die DKMS ein Netzwerk an freiwilligen Helfern habe, versuche sie über Initiativgruppen Registrierungsaktionen zu organisieren. Rinkens nahm alle Blutproben und Spenderdaten mit und präparierte sie für den Transport, sodass sie am heutigen Montag in einem Labor in Kaiserslautern eintreffen. Dort werden sie ausgewertet und dort erfolgt auch die Typisierung der Gewebemerkmale. Wenn sie in der Datenbank erfasst sind, kann dann jeder Arzt weltweit darauf zugreifen. Christoph Schöwe bekam so die Chance auf ein neues Leben – und viele weitere Patienten mithilfe der lokalen Spendenbereitschaft hoffentlich auch.