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Dötlingen verliert guten Steuerzahler RDG-Gruppe verlagert Firmensitze nach Delmenhorst

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 22.07.2016, 16:49 Uhr

Die Dötlinger FDP zündet im Kommunalwahlkampf einen Knaller. Sie wirft den anderen Ratsparteien vor, den verlässlichsten Steuerzahler vertrieben zu haben.

Die Gebäudeservice-Firmengruppe RDG verlagert bisher in Dötlingen angemeldete Firmensitze nach Delmenhorst. Das bestätigt RDG-Geschäftsführer Peter Gremmert auf Nachfrage dieser Zeitung. Und er bestätigt auch, dass hinter der Entscheidung Verärgerung des Firmen-Mitinhabers Heinz Wieker darüber steht, dass ihm die Gemeinde Dötlingen in Hockensberg das Industriegebiet Brakland vor sein idyllisches Anwesen am Altonaer Mühlbach setzen will.

Dötlingen verliert viel Steuergeld

Der Dötlinger Gemeinderat hat mit den Stimmen von CDU, SPD, Grünen und dem Bürgermeister Ralf Spille für das Industriegebiet Brakland an der Bundesstraße 213 gegenüber dem Gewerbe- und Industriegebiet in Simmerhausen gestimmt. Für die überstimmte FDP-Fraktion habe er vor der Abstimmung noch einmal eindringlich vor den wirtschaftlichen Folgen gewarnt, erinnert FDP-Ratsherr Dierk Garms. Nun frage sich die Dötlinger FDP, ob es Starrsinn oder wirtschaftlicher Unverstand war, Dötlingens drittgrößten Steuerzahler einfach ziehen zu lassen. Den wirtschaftlichen Schaden für Dötlingen beziffert FDP-Ratsherr Eckehard Hautau auf jährlich mehrere 100.000 Euro. „Man tritt seinem treuesten und beständigsten Steuerzahler nicht ohne Grund vor das Schienbein“, ergänzt FDP-Ratsherr Claus Plate.

Rechtsstreit droht

Die FDP weist darauf hin, dass ein Alternativstandort in unmittelbarer Nähe von Brakland gefunden worden sei, der in etwa gleichwertig sei, von der Hockensberger Bevölkerung mitgetragen worden wäre und keine Rechtsstreitigkeiten nach sich gezogen hätte. RDG-Geschäftsführer Gremmert hat den FDP-Ratsherren übermittelt, dass die Eignerfamilien Wieker und Busch zu gegebener Zeit gegen das Industriegebiet klagen wollen. „Und im Klagen haben die Hockensberger Routine und Erfolg. Schon einmal wurde der Standort Brakland als Industriegebiet durch das Gericht abgeschmettert, früher ebenfalls Iserloy als Deponiestandort“, erinnert Garms.

Stiftung meidet Dötlingen

Der Frust Wiekers sitzt so tief, dass er laut RDG-Geschäftsführer Gremmert angekündigt hat, Dötlingen keine Spenden aus der Wieker-Stiftung mehr zukommen zu lassen. Mit diesem Geld sind in der Vergangenheit unter anderem an nicht so stark befahrenen Straßen unzählige Bäume gepflanzt worden. Nicht nur die Gemeindekasse leide, sondern in großem Stil auch die gemeinnützigen Vereine und anderen Institutionen, so die FDP.