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Dokumentationszentrum geplant Ab Spätherbst Einzug ins Bookholzberger Spieldorf

Von Thomas Deeken, Thomas Deeken | 17.05.2016, 20:20 Uhr

Die Pläne für die Nutzung des Bookholzberger Spieldorfes werden immer konkreter: Im Eingangsbereich soll ab Spätherbst das Informations- und Dokumentationszentrum eingerichtet werden. Wer Interesse hat, ebenfalls ins Spieldorf einzuziehen, kann sich beim Förderverein Informationszentrum Freilichtbühne Bookholzberg melden.

Der Förderverein Informationszentrum Freilichtbühne Bookholzberg will ab Spätherbst dieses Jahres im Spieldorf auf dem Gelände des Berufsförderungswerks (BFW) sein lange geplantes Informations- und Dokumentationszentrum Stedingsehre (IDZ) einrichten. Das hat der Vereinsvorsitzende Dietmar Mietrach gegenüber dem dk betont. Sein Kommentar: „So konkret waren die Planungen noch nie.“

Konzept fürs gesamte Spieldorf wird ausgearbeitet

Entstehen soll das IDZ im Haus Nummer elf, gleich rechts hinter der Holzbrücke im Eingangsbereich des Spieldorfes, dem einstigen Kulissendorf der Nazis. Links befindet sich die alte Freilichtbühne, die regelmäßig bei Führungen vom Ganderkeseer Gästeführerteam gezeigt wird. Für die Öffentlichkeit werde das Infozentrum, das später über die Jasminstraße erreichbar sein soll, allerdings wohl nicht vor Mitte 2017 zugänglich, so Mietrach. Mit den knapp 20 Mitgliedern des Fördervereins mache er sich aber nicht nur Gedanken über das IDZ. Vielmehr gehe es darum, ein tragfähiges Konzept für das gesamte Spieldorf auszuarbeiten. Und da stehe der Verein in „sehr, sehr engem Kontakt mit BFW-Geschäftsführer Jörg Barlsen“.

Vom Fotoalbum bis zum Cromargan-Geschirr

Seit mehr als zehn Jahren, seit Bestehen des Arbeitskreises Stedingsehre, gibt es laut Mietrach den Wunsch, ein IDZ für die geschichtliche Aufarbeitung der ehemaligen Nazi-Kultstätte Stedingsehre aufzuarbeiten. Seit Jahren werde eifrig gesammelt, informiert auch Lisa Dirks, Sprecherin des Arbeitskreises . Dabei gehe es um alte Dokumente, Zeitungsartikel, Fotoalben, Auflagen von Bänken und Stühlen und auch Cromargan-Geschirr wie Töpfe und Terrinen aus der damaligen Nazizeit. Das soll künftig im großen Raum des Hauses Nummer elf zu sehen sein. „Eine Arbeitsgruppe beschäftigt sich jetzt damit, wie das alles präsentiert werden soll. Das muss Hand und Fuß haben und darf nicht langweilen“, erläutert Mietrach. Das Ganze soll professionell aufgebaut werden. Und da freue sich der Fördervereinsvorsitzende, dass sein Verein mit Fachleuten wie beispielsweise Geschichtsprofessor Dietmar von Reeken von der Uni Oldenburg und Dr. Michael Brandt von der Oldenburgischen Landschaft zusammenarbeite.

Seminarhaus im hinteren Bereich

Im künftigen IDZ-Gebäude soll zusätzlich ein Büro eingerichtet werden. Dort könnten sich alle diejenigen melden, die gerne mit ins Spieldorf einziehen möchten. Insgesamt gebe es ein knappes Dutzend historischer Gebäude. Hinter dem geplanten IDZ soll in den Gebäuden acht und neun Geschichte aus dem gesamten Landkreis aufbereitet werden. Als Seminarhaus für Schulkinder und andere Interessierte könnte künftig Haus Nummer 22 dienen. Und im Gebäude mit der Hausnummer fünf sei eine Cafeteria möglich. Darüber hinaus hätten die Mitglieder schon weitere Ideen, was künftig zum Spieldorf gehören könnte: zum Beispiel eine Druckereiwerkstatt, ein Atelier, ein kleiner Markt für exquisite Garten-Accessoires oder vielleicht ein Architekten- oder Ingenieurbüro. Mietrach werde sich jetzt darum kümmern, wie viele Quadratmeter in den einzelnen Gebäuden zur Verfügung stehen, um daraufhin „einen Überblick über einen Preisspiegel zu bekommen“.

Tourismus und Existenzgründungen als weitere Säulen

Geschichte und Kultur sind nach Angaben Mietrachs nur eine Säule für die Nutzung des Spieldorfs. Darüber hinaus gehe es um die Bereiche Existenzgründungen und Dienstleistungen. Dafür habe die Uni Vechta bereits signalisiert, mitarbeiten zu wollen. Außerdem hoffe der Förderverein noch auf die Möglichkeit einer Zusammenarbeit mit einer Fachhochschule oder einer Uni für die Säule Tourismus. Nähere Informationen gibt es bei Mietrach unter Telefon (04223) 2204.

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