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Dokuzentrum Stedingsehre auf dem Weg Bookholzberger Spieldorf soll bald mit Leben gefüllt werden

Von Thorsten Konkel, Thorsten Konkel | 02.11.2016, 20:07 Uhr

2017 soll das Jahr des Fördervereins Informationszentrum Freilichtbühne Bookholzberg werden. Dann nämlich wollen die um die Aufarbeitung der NS-Geschichte des Spieldorfs auf dem Gelände des Berufsförderungswerks (BFW) bemühten Vereinsmitglieder endlich ihr Informations- und Dokumentationszentrum Stedingsehre (IDZ) verwirklichen.

Eigentlich hatte der Förderverein schon in diesem Spätherbst seine Pläne, über die unheilvolle nationalsozialistische Vergangenheit der Anlage und Freilichtbühne Stedingsehre zu informieren, verwirklichen wollen. Doch als große Hürde hat sich laut Dietmar Mietrach, dem Vorsitzenden des Fördervereins, der Fund von Bauschadstoffen bei Renovierungsarbeiten im Spieldorf erwiesen.

Gesamtplan vorbereitet

Diese zeitliche Verzögerung hat der Verein jedoch genutzt, um einen Gesamtplan vorzubereiten. Das Berufsförderungswerk, das am 3. November sein 70-jähriges Bestehen feiert, hat sich in den zurückliegenden sieben Jahrzehnten stets an den Arbeitsmarkt angepasst und sich umstrukturiert. In diesem anhaltenden Prozess könnte bald das ganze, aus mehr als zehn Gebäuden bestehende Spieldorf frei werden. Darauf hofft Mietrach nun. „Als ersten Schritt wollen wir im Haus Nummer elf unser Zentrum unterbringen“, so der Vorsitzende.

Eröffnung noch 2017

Die Eröffnung des im Laufe des nächsten Jahres mit Fundstücken und Informationen zu bestückenden Stedingsehre-Museums könnte dann Ende 2017 erfolgen. Inhaltlich arbeite der Förderverein dabei eng mit dem Arbeitskreis Stedingsehre der regioVHS sowie mit dem Leiter des Nordwestdeutschen Museums für Industriekultur in Delmenhorst Carsten Jöhnk zusammen. So sollten auch museumspädagogische Belange abgedeckt werden, betont Mietrach. Um das gesamte Vorhaben zu finanzieren, hat sich der Förderverein auf ein auf drei Säulen stehendes Konzept geeinigt. Vorgestellt werden soll es noch im Dezember dem zuständigen Staatssekretär im Niedersächsischen Sozialministerium.

Verein will Dorf nicht kaufen

Denn der Träger des BFW ist die Stiftung des Landes Niedersachsen für berufliche Rehabilitation. Fest steht, dass das Dorf im Eigentum der Stiftung verbleiben soll. Um die jährlichen Unterhaltskosten von rund 90.000 Euro für Strom, Gas, Gartenpflege und weitere Posten zu decken, setzten die Aktiven neben dem Doku-Museum auf die Schaffung eines Existenzgründerzentrums als zweiten und eine gastronomische Nutzung als dritten Baustein. Zudem könnte noch eine Druckereiwerkstatt alte handwerkliche Druckkunst aufleben lassen, um so für Lauf im Dorf zu sorgen. „Die Materialien und Geräte könnten wir aus dem geschlossenen Sandkruger Druckereimuseum bekommen“, blickt Mietrach voraus.