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Dorfbewohner ärgern sich über Raser „Tempo-Displays in Falkenburg schrecken nicht ab“

Von Thomas Deeken, Thomas Deeken | 11.05.2017, 09:42 Uhr

Die Falkenburger Dorfbewohner sind weiterhin mächtig verärgert – über die Raser auf der Ortsdurchfahrt und darüber, dass Politik und Verwaltung statt der Geschwindigkeitsdisplays keine Querungshilfe und eine Verkehrsinsel einrichten.

„Bei uns rasen sogar junge Treckerfahrer mit Vollspeed durch den Ort“, schimpft Gert Goette. „Und wenn Lastwagen mit Anhänger mit überhöhter Geschwindigkeit aus Richtung Oldenburg kommen, können sie kaum noch vor der roten Ampel in der Ortsmitte bremsen“, ergänzt Elfriede Zielke. Kurzum: Es gibt nach Beobachtungen zahlreicher Dorfbewohner nach wie vor ein großes Raser-Problem in Falkenburg – trotz der beiden Displays, die vor den beiden Ortseingängen fest installiert worden sind und auf die Geschwindigkeit der Fahrzeuge hinweisen.

Mit Tempo 60 bis 70 durchs Dorf

„Diese Displays haben einen Gewöhnungseffekt“, weiß Christel Zießler, SPD-Ratsfrau aus Falkenburg, die schon seit Jahren gemeinsam mit der Dorfbevölkerung für mehr Sicherheit für die Bürger kämpft. „Im ersten Moment schrecken die Displays ab. Und dann geht es mit mindestens 60 bis 70 Stundenkilometern weiter durchs Dorf“, haben Ursel und Gerold Schmertmann festgestellt. Grund genug für die Falkenburger, erneut an Rat und Verwaltung zu appellieren, statt der Displays eine Querungshilfe und eine Verkehrsinsel einzurichten.

Verkehrswacht: Displays nur kurze Zeit aufstellen

Dass die Displays vor allem bei denjenigen, die regelmäßig durch den Ort fahren, nicht abschrecken, unterstreicht auch Peter Wildbredt, Geschäftsführer der Verkehrswacht des Landkreises Oldenburg. Mit der Zeit nehme die Wahrnehmung ab. Deshalb sei es besser, Displays nur zehn bis 14 Tage zu platzieren und später noch einmal an gleicher Stelle oder mal an einem anderen Standort aufzustellen. So handele auch die Verkehrswacht – beispielsweise vor Schulen und Kindergärten. Das habe sich auch bewährt. Feste Einrichtungen lehne er dagegen ab.

„Geld im Haushalt eingestellt“

Christel Zießler ärgert sich auch darüber, dass bereits knapp 200000 Euro im Haushalt 2015 eingestellt worden seien und dass die Politik dieses Thema bisher mehrheitlich abgeschmettert habe. Dabei nehme der Verkehr immer weiter zu, so Christa Melle und Ingrid Goette. Vor allem nach Unfällen und Baustellen auf der Autobahn werde die Ortsdurchfahrt als Ausweichstrecke genutzt. Und wenn erst einmal die Maut auf Landes- und Bundesstraßen kommt, würden noch mehr Laster durchs Dorf fahren, glauben viele Dorfbewohner.

Kinder, Senioren und Behinderte in Gefahr

Dann sei die Sicherheit der Bürger noch mehr in Gefahr. Dabei denken die Falkenburger vor allem an die vielen Kinder und an die älteren Menschen im Ort, die schlecht zu Fuß und auch mit Rollator unterwegs seien, aber auch an die kranken und behinderten Personen, die in den Rotenburger Werken und im Laurentius-Hospiz wohnen und auch im Dorf spazieren gehen.