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Dr. Reinhold Schütte zu Gast in Asien Ganderkeseer hilft Chinesen bei Gemüseanbau

Von Yannick Richter, Yannick Richter | 05.11.2016, 10:44 Uhr

Der Ganderkeseer Agrarökonom Dr. Reinhold Schütte hat sein berufliches Fachwissen in China weitergegeben. Auf einer Gemüsefarm gab er dort Tipps in Sachen ökologischer Anbau, Vermarktung und Energieversorgung.

Auf Einladung des chinesischen Staates hat der Elmeloher Dr. Reinhold Schütte im Oktober Farmarbeiter in Hegang, einer Stadt mit etwas mehr als einer Million Einwohner im Nordosten Chinas, beim Gemüseanbau beraten.

Fachwissen auf anderen Kontinenten weitergeben

Ermöglicht wurde Schüttes Aufenthalt in der chinesischen Provinz Heilongjiang von dem Projekt Senior Experten Service (SES) – Stiftung der Deutschen Wirtschaft für internationale Zusammenarbeit. Der SES ist die führende deutsche Entsendeorganisation für ehrenamtliche Fach- und Führungskräfte im Ruhestand.

Jahrzehntelang hat Schütte als Agrarökonom gearbeitet. Seit dem er Pensionär ist, gibt der 73-Jährige sein angeeignetes Fachwissen auf verschiedenen Kontinenten weiter. Nachdem er bereits mehrfach in Afrika war, kehrte er vor einigen Tagen nun aus China zurück.

Politik und Rechtslage erschweren Arbeit

„Im Auftrag des chinesischen Staates und in Abstimmung mit SES sollte ich dort auf einer Farm mit 300 Gewächshäusern und 60 Mitarbeitern den Anbau von Gemüse optimieren“, sagt Schütte.

Um sich überhaupt verständigen zu können, sei ihm eine Dolmetscherin zur Seite gestellt worden. Auch wenn er die Chinesen als „wissbegierig, lernwillig und aufgeschlossen“ kennengelernt habe, sei er bei seiner Arbeit wegen politischer und rechtlicher Bestimmungen das ein oder andere Mal an seine Grenzen gestoßen, erklärt Schütte. Demnach gebe es keinen öffentlichen Verkauf von Gemüse, da der Vertrieb nur über bestimmte Mitgliedschaften in Kooperationen laufe. Ebenso würde vor Ort Energie verschwendet, da sich die Farm an eine „zwangsverpflichtende Wärmeabnahme“ halten müsse. Ein Zähler oder andere Überprüfungsmechanismen existieren jedoch nicht.

Ohrmassage als skurriles Highlight

Den dreiwöchigen Aufenthalt habe Schütte dennoch genossen: „Die Chinesen sind ein dynamisches und nach vorne schauendes Volk. Sie sind höchst respektvoll und gastfreundlich.“ Diese Gastfreundschaft habe er auch am eigenen Leib erfahren. „Nichtsahnend schleppte mich mein Fahrer in einen Massagesalon. Dort bekam ich eine Ohrmassage“, erzählt Schütte: „Eine ungewohnte, aber dann doch angenehme Sache“, lautet sein Fazit.