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DRK und DLRG aktiv Helfer richten Flüchtlingshalle in Ganderkesee ein

Von Katja Butschbach | 07.11.2015, 19:12 Uhr

Mit Betten, Regalen und Spinden haben 26 Helfer von DRK und DLRG am Samstag die Räume in der Mobilhalle für Flüchtlinge im Stadion am Habbrügger Weg in Ganderkesee ausgestattet.

Die Helfer von DRK und DLRG haben eine lange Schlange bis in die Mobilhalle für Flüchtlinge hinein gebildet. Von einem Helfer zum nächsten werden verpackte Matratzen und Kissen geworfen und so zu den insgesamt 20 Räumen transportiert, die in der Halle durch tapezierte Wände voneinander getrennt sind. Stühle für den Aufenthaltsbereich werden weitergereicht, Spinde hineingetragen.

Schnell stehen in den Zimmern, in die Mitte der 46. Kalenderwoche zunächst bis zu 25 Flüchtlinge einziehen sollen, die ersten Betten und Regale. Insgesamt sollen 75 Flüchtlinge in der Halle unterkommen. Platz wäre laut Gemeindesprecher Hauke Gruhn auch für 100 Menschen.

Einsatz ließ sich gut planen

16 Helfer vom Ganderkeseer Ortsverband des Deutschen Roten Kreuzes und zehn von der DLRG-Ortsgruppe Ganderkesee bauten am Samstag die Möbel für die Flüchtlinge auf. Sie nutzten zum Transport auch einen Laster der Feuerwehr und einen des DRK-Kreisverbands Hude. Der Einsatz, so Andreas Strodthoff vom DRK-Ortsverein Ganderkesee, habe sich gut vorbereiten lassen. In der Turnhalle am Habbrügger Weg, die ebenfalls das DRK einrichtete, sei die Lage dringender gewesen, da alles kurzfristig passieren musste.

Gemeinde möchte Familien in der Halle unterbringen

Ziel der Gemeinde ist laut Gruhn, möglichst viele Familien in der Halle unterzubringen. Dies passe am besten zur Raumaufteilung. In den neuen Zuweisungen, die aktuell vorliegen, ist laut Gruhn ausschließlich von syrischen Flüchtlingen die Rede. Um die Flüchtlinge kümmern werde sich das sozialpädagogische Team der Gemeinde. Ein Büro wird es im Stadiongebäude haben.

Flüchtlinge helfen Flüchtlingen

Auch Flüchtlinge, die schon länger in Ganderkesee sind, helfen mit. Sie sind zum Beispiel als ehrenamtliche Übersetzer aktiv oder helfen beim ersten Einkauf in Ganderkesee. Gereinigt werden in der Halle von der Gemeinde täglich die Sanitäreinrichtungen. Für die abschließbaren Familienräume seien die Bewohner selbst verantwortlich. „Wir stellen hier einen Staubsauger hin“, sagte Badberg.

Wie Gruhn am Rande der Arbeiten erklärte, sind am Freitag die Wände tapeziert worden. Neben den 20 Räumen für Familien und dem Aufenthaltsbereich gibt es in der Halle auch ein Materiallager und einen Technikbereich. Die Firma Tönjes Messebau, die die Halle errichtet, hat laut Christian Badberg von der Gemeindeverwaltung bereits 33 solcher Hallen und insgesamt über 50 Flüchtlingsunterkünfte aufgebaut.

Spielecke für Kinder denkbar

Im Aufenthaltsbereich, wo bereits eine große Straßenkarte der Gemeinde Ganderkesee aufgehängt ist, werden laut Badberg zwei Sofagarnituren und Stühle stehen. Auch eine Spielecke für Kinder sei denkbar. Falls die benachbarte Schützenhalle einmal nicht für die Verpflegung der Flüchtlinge nutzbar sei, könnten die Menschen auch im Aufenthaltsbereich essen. Am Samstag wurden in der Schützenhalle auch neue Bierzeltgarnituren für die Flüchtlinge aufgestellt.

Ventilatoren verteilen Wärme

Im Winter, so versicherten Gruhn und Badberg, werde es in der Halle warm genug sein. Bei Temperaturen, wie sie am Samstag herrschten, könne es sogar etwas zu warm sein. Ventilatoren verteilen die Wärme der Heizung – diese Variante hat sich laut Badberg aus Erfahrungen in Bremen ergeben. Die Außenwände sind zweilagig, auch diese Regelung ist ein Erfahrungswert. „Es gibt eine doppelte Decke“, so Badberg. Und der Boden sei so gestaltet, dass Kinder auch bei Nachtfrost problemlos auf dem Teppich spielen können. Alle Räume sind mit Rauchmeldern ausgestattet. Auch die Ganderkeseer Feuerwehr sah sich gestern in der Halle um. Die Beleuchtung am Stadion wird zum Einzug laut Gemeinde noch optimiert. Aktuell ist sie so gesteuert, dass das Stadion ausreichend beleuchtet ist.

DLRG und Feuerwehr haben Hilfe angeboten

Strodthoff zeigte sich von der Halle beeindruckt. Sie gewähre mehr Schutz der Privatsphäre als die Turnhalle.

Für den Einsatz im Stadion hat sich das DRK mit anderen Helfern zusammengeschlossen: „In den letzten Wochen haben DLRG und Freiwillige Feuerwehr nachgefragt: Wie können wir uns einsetzen?“, freut sich Strodthoff. „Wir arbeiten sehr gut zusammen. Es ist bemerkenswert, dass sie von sich aus kommen.“ Allen sei wichtig, dass alles schnell und ordentlich organisiert werde.