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30. Musikfest Bremen zu Gast in Ganderkesee "Dulcis Jesu": Das Zehnte Arp-Schnitger-Festival soll ein ganz Besonderes werden

Von Niklas Golitschek | 07.08.2019, 22:20 Uhr

Drei Jubiläen in einem: Beim 30. Musikfest Bremen wird beim zehnten Arp-Schnitger-Festival dem 300. Todestag des Orgelbauers gedacht. Unter dem Titel "Dulcis Jesu" soll das Publikum ein ganz besonderes Konzert in der St. Cyprian- und Corneliuskirche in Ganderkesee erleben.

Zehn Jahre Arp-Schnitger-Festival in Ganderkesee während des Musikfests Bremen. „Das ist erstaunlich“, findet Angelika Schulte Strathaus vom Freundeskreis Kulturhaus Müller. Und dieses Jubiläum ist auch gleich ein Doppeltes – denn in diesem Jahr jährt sich der Todestag des berühmten Orgelbauers zum 300. Mal. Auf dieses große Gedenkereignis haben die Festivalorganisatoren eine Dekade hingearbeitet.

Entsprechend euphorisch zeigt sich auch Professor Thomas Albert, Intendant des 30. Musikfests Bremen (noch ein Jubiläum!) vor dem Konzert am 1. September um 19 Uhr in der St. Cyprian- und Corneliuskirche in Ganderkesee. Er verspricht ein weltweit einmaliges Ereignis, wenn in dem Gotteshaus das Bläserensemble Oltremontano, das Arp-Schnitger-Ensemble und das Vokalensemble Cinquecento gemeinsam auftreten: „Alles ist maßgeschneidert auf den Ort, den Tag, die Musiker und die Orgel.“

35 Musiker

„Dulcis Jesu“ heißt das Schlusskonzert von elf Orgelkonzerten im Nordwesten und ist dem Titel von Giovanni Gabrielis Werk entnommen. „Es ist eines der zentralen Werke des Abends“, umreißt Albert. Das Besondere dabei sei die Sonate mit Stimme, gespielt von zwei Instrumentalensembles mit je einem Tenor. Später wird gar 20-stimmig. Ein weiterer Höhepunkt folgt zum Abschluss mit Johann Sebastian Bachs Trauerkomposition „O Jesu Christ, meines Lebens Licht“. Das werden die drei Ensembles dann auch dreistimmig darbieten: als „Prozession“ mit Singstimmen und Bläsern, anschließend für die Orgel bearbeitet und schließlich im Tutti auf der Empore der Schnitger-Orgel. „Das wird ein großer Moment“, zeigt sich Intendant Albert überzeugt. Bach zeige, wie lebendig und toll Kirchenmusik sein könne. „Das nimmt in einen emotionalen Sog mit.“

Insgesamt 35 Musiker werden teils an mehreren Positionen aufgestellt sein und sollen so ein einmaliges Klangerlebnis schaffen. Das Konzert, das drei Tage lang vorbereitet wird, werde die kompletten Register zeigen, verspricht Albert. An diesem 1. September soll die St. Cyprian- und Corneliuskirche ein „wunderbarer Treffpunkt“ werden.

Spanne von 100 Jahren

Musikalisch soll das Konzert unter Leitung von Wim Becu die Zeitspanne von 1619 bis 1719 – dem Todesjahr Arp Schnitgers – abdecken, von Jan Pieterszoon Sweelinck über Johann Schop und Heinricht Schütz bis hin zu Gabrieli und Bach. „Wir bauen ein Register zusammen, als wäre es eine lebendige Orgel“, sagt Albert über die Zusammensetzung der Musiker und Stücke. Das werde den gesamten Kirchenraum füllen. Die Schnitger-Orgel selbst wird dabei von Edoardo Bellotti gespielt.

Auf den Ort abgestimmt

Die Stücke seien alle auf den Spielort abgestimmt. Denn die Orgeln hätten zwar ein Klangideal, wirkten in den Räumen jedoch verschieden und müssten entsprechend intoniert werden. Ziel sei letztendlich, mit diesem Konzert einen „Staun-Effekt“ zu erreichen. Dass das gelingen sollte, zeige auch das überregionale Echo, das diese Konzertankündigung bisher erhalten habe. Dabei wünscht sich Albert, dass sich das in Zukunft zur Selbstverständlichkeit entwickelt. Gemeinden wie Ganderkesee könnten dabei als Impulsgeber für die musikalische Bildung dienen.

Tickets sind für 28 Euro erhältlich, Ermäßigte zahlen 20 Euro.