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Ehrenamt in Ganderkesee Neustart beim A.S.G. mit verjüngtem Vorstand

08.10.2015, 18:17 Uhr

Der Arbeitskreis der Selbsthilfe- und Initiativgruppen Ganderkesee hat einen neuen Vorstand. Doris Josquin bleibt, Inga Marbach (42) ist neu dabei.

„Junge Ideen“ und „frischen Wind“: Darauf hofft Rainer Heinken aus dem Rathaus angesichts der Neuorganisation des Arbeitskreises der Selbsthilfe- und Initiativgruppen Ganderkesee (A.S.G.). Inga Marbach (42) ist am Montag zur neuen zweiten Vorsitzenden gewählt worden. Erste Vorsitzende ist Doris Josquin. Die beiden Frauen wollen den A.S.G. gleichberechtigt leiten, betonte Josquin.

Insgesamt 16 Vereine mit 3000 Mitgliedern sind im A.S.G. organisiert. Der Verein sieht sich als Sprachrohr für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen. Josquin, seit neuneinhalb Jahren Vorsitzende, hatte in den vergangenen Monaten immer wieder nach neuen Vorstandsmitgliedern für den Verein gesucht – doch ein neuer Vorstand fand sich nicht.

Letztlich wurde beschlossen, den A.S.G aufzulösen . Dies sollte eigentlich am Montag geschehen – nun hat man aber, so sind sich die Beteiligten einig, eine bessere Lösung gefunden und den Beschluss zur Auflösung zurückgenommen.

Gemeinde will A.S.G. behalten

Durch eine Satzungsänderung sind nun lediglich zwei Personen notwendig, die den A.S.G. nach außen vertreten. Die internen Aufgaben können nun nach Bedarf verteilt werden. Heinken, der die Arbeit des A.S.G. begleitet hat, betonte, dass man den A.S.G. in Ganderkesee wegen seiner wichtigen Aufgabe in Ganderkesee behalten wolle.

Reha-Sport rückt in den Fokus

Inga Marbach hat für ihr Engagement im A.S.G. mehrere Beweggründe. „Ich habe mitgekriegt, dass er aufhört zu existieren, wenn es keiner macht.“ Außerdem, berichtet die 42-Jährige über ihre ganz persönliche Motivation, „habe ich vor einem Jahr einen ganz schlimmen Unfall gehabt“. Diesen habe sie relativ unbeschadet überstanden. „Ich habe so viel Glück erfahren“, sagt Marbach. Sie sei sensibler geworden dafür, was es heißt, mit einer Behinderung zu leben. Sie hat Sport und BWL studiert und macht aktuell eine Weiterbildung zur Übungsleiterin im Reha-Sport. Sport könne integrieren, sagt sie.

Vor allem will Marbach aktiv sein. „Ich bin Pragmatikerin“, sagt die Mutter zweier Kinder. Sie wolle nichts für die Schublade produzieren und sich nicht mit überflüssigen Verwaltungsarbeiten befassen.

Reha-Sport ist auch etwas für Jüngere

Sie wolle zudem weg vom Image, dass Reha-Sport etwas für „die anderen“ sei. Auch jüngere Menschen könnten bereits Rückenprobleme haben oder einen Schlaganfall erleiden. Laut Heinken ist Rehasport in vielen Bereichen einsetzbar, etwa auch bei Krebs oder Diabetes.

Wie genau die Arbeit des A.S.G. künftig aussehen solle, wollen die beiden Vorsitzenden jetzt gemeinsam überlegen. Eine Feier zum 25. Jubiläum des A.S.G. – im Mai war der Stichtag – habe es aufgrund der Situation des A.S.G. nicht gegeben, erklärte Heinken. Die Feier lasse sich aber nachholen. Der A.S.G., so betont Josquin, ist im Landkreis Oldenburg eine einmalige Einrichtung.