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Eichelernte 2015 im Hasbruch Nach mageren Jahren im Hasbruch wieder fette Ernte

Von Reiner Haase | 29.10.2015, 08:07 Uhr

Im Hasbruch sind in den letzten Tagen 8,5 Tonnen Eicheln geerntet worden. Die große Menge mit sehr guter Qualität bringt die Eichenverjüngung der Landesforsten neu in Schwung.

Die Niedersächsischen Landesforsten haben sich landesweit an geeigneten Standorten ein Förderprogramm für die Eiche verordnet. Eine tragende Rolle spielt der Hasbruch: In den letzten Tagen ist in dem Wald auf Gebiet der Gemeinden Ganderkesee und Hude ein großer Teil jener Eicheln geerntet worden, aus denen junge Pflanzen für das „Eichenverjüngung“ genannte Förderprogramm gezogen werden sollen.

Menge und Qualität überzeugen

21 Tonnen Eicheln wollten die Landesforsten in diesem Herbst für die Nachzucht aus anerkannten Wäldern holen. Für den Hasbruch war die Messlatte mit 7,5 Tonnen hoch gelegt. Sie wurde glatt übersprungen: Revierförster Jens Meier und seine Mitarbeiter haben 8,5 Tonnen Saatgut ausgewogen. „Die Menge überzeugt und auch die ausgezeichnete Qualität“, freut sich Meier. Er berichtet, dass die Forstleute wie schon bei den Eichelernten in den Vorjahren kräftig von Mitgliedern der aramäischen Gemeinden Ganderkesee und Delmenhorst unterstützt worden sind.

Aufzucht in Baumschulen

Etliche Setzlinge aus hiesigen Eicheln werden in zwei oder drei Jahren nach Aufzucht in Baumschulen in Oerrel in der südlichen Lüneburger Heide und in Schleswig-Holstein in den Hasbruch zurückkehren. „Die jungen Pflanzen dürfen nicht zu klein und nicht zu groß sein“, erläutert Rainer Städing, der Pressesprecher der hiesigen Landesforsten, „zu kleine erreichen die beste Bodenschicht nicht und zu große werden vom Sturm umgeworfen, wenn sie noch nicht fest verwurzelt sind.“

Ökonomischer und ökologischer Wert

Zuletzt hat das Eichenverjüngungsprogramm im Hasbruch nach schlechten Ernten wegen Schädlingsbefall eine Pause gemacht, 2016/2017 soll es laut Städing wieder in Schwung kommen. Dafür werden begrenzte Flächen bis auf einige besonders markante und zukunftsträchtige Bäume kahlgeschlagen. „Unsere Eichenarten verjüngen sich unter hiesigen Klimabedingungen im Wald fast gar nicht von selbst. Daher werden stets künstlich angezogene Bäumchen benötigt, um nach der Nutzung alter erntereifer Bäume und in Bereichen mit deutlichem Eichensterben ausreichend Pflanzenmaterial zur Verfügung zu haben“, erläutert Städing. Nutzung und Erhalt alter Eichen gingen bei der Waldbewirtschaftung der Landesforsten Hand in Hand. „Die heimischen Eichen sind wegen ihres dauerhaften und vielseitigen Holzes in der Holzwirtschaft gefragt. Wegen der sehr großen Zahl von Pflanzen und Tieren in Eichen-Lebensräumen ist auch die ökologische Bedeutung sehr hoch“, betont er.