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Ein Jahr nach dem Großbrand Neue Halle des MSC Moor soll Mitte 2016 stehen

Von Antje Cznottka, Antje Cznottka | 25.02.2016, 17:51 Uhr

Die Mitglieder des Motorsportclubs (MSC) Moor bauen an altbekannter Stelle eine neue Vereinshalle. Das Stahlgerüst steht dort, wo die alte Halle vor einem Jahr niedergebrannt war.

Derzeit pausieren die Bauarbeiten am Gerüst der neuen Vereinshalle des MSC Moor. Das Wetter spiele nicht mit, erklärt Vereinsmitglied Hartmut Steiner. Die neue Halle wird in alter Größe vom 655 Quadratmetern an alter Stelle errichtet. Die Innenaufteilung soll laut Steiner organisch wachsen. „Wir machen das Schritt für Schritt. Dinge wie zum Beispiel ein Clubzimmer müssen sich ergeben.“

MSC Moor bastelt und schraubt weiter

Die Halle, die seit 23 Jahren Heimstätte des MSC Moor war, war am 22. Februar 2015 niedergebrannt. „Wir hatten im wahrsten Sinne des Wortes nichts mehr, keine Schraube, keine Ersatzteile, keinen Schraubenschlüssel. Wir haben gedacht, das war‘s“, erinnert sich Steiner. Obwohl der Schock über den Unfall tief saß, war für die Vereinsmitglieder schnell klar, dass sie alles daran setzen würden, das Vereinsleben weiter zu führen. „Wir treffen uns einmal in der Woche im Übergangs-Clubzimmer, dass uns Familie Stöver zur Verfügung stellt“, beschreibt Steiner. Vom normalen Clubleben sei das aber weit entfernt. Das habe in der Halle beim Schrauben und Basteln stattgefunden. „Diese Anlaufstelle fehlt jetzt natürlich.“ Das „Basteln und Schrauben“ verteile sich zur Zeit auf verschiedene private Werkstätten.

MSC Moor ist „fast wie eine Familie“

Die Vereinshalle wieder aufzubauen war daher ein logischer Schritt. Familie Stöver, der das Grundstück in Stenum gehört, auf dem die Halle stand, entschied sich bald, auch einen Neubau zu unterstützen. „Wir sind in den 22 Jahren seit der Gründung des Clubs zusammengewachsen, fast wie eine Familie. Oft genug haben uns auch die Jungs vom Club weitergeholfen“, erklärt Annegret Stöver.

Viel Unterstützung für Motorsportclub in Stenum

„Es war ein wirklich gutes Gefühl, als wie wussten, wir dürfen hier weitermachen“, sagt Steiner. Im November erhielt die Familie die Baugenehmigung. „Wir sind nur Nutzer, keine Bauherren“, stellt Steiner klar. Das Metallgerüst steht nun seit rund drei Wochen. Seitdem haben Baufirmen und Aktive daran gearbeitet schnellstmöglich den Grundstein für den Wiederaufbau zu legen. „Man muss auch sagen, dass viele Nicht-Aktive immer zur Stelle waren, angepackt haben. Das ist eine gute Gemeinschaft“, erinnert sich Bernd Stöver, ebenfalls Vereinsmitglied. Keines der rund 60 Mitglieder hat nach dem Brand den Club verlassen.

„In dieser Situation waren wir auch oft nah am Wasser gebaut“, sagte Steiner. Die Unterstützung und Spendenbereitschaft sei beeindruckend gewesen. Auch dank dieser Hilfe sind 2015 zumindest fünf Autos des MSC Moor in die Saison nach dem Brand gestartet. In der Saison 2016, die am 30. April auf der Autocross-Piste in Uelzen beginnt, sollen zehn bis 15 Fahrzeuge an den Start gehen. „Das hängt aber davon ab, wie wir fertig werden“, gibt Steiner zu bedenken.

MSC Moor legt selbst Hand an neuen Halle in Stenum

Anschaffung und Aufbau des Stahlgerüsts sowie die Maurer- und Betonarbeiten hat der Verein mit der Versicherungssumme finanziert, die nach dem Brand ausgezahlt wurde. „Bei allem anderen müssen wir selbst aktiv werden, der Rest ist Eigenleistung“, sagt Steiner. Als nächstes werden Wandverkleidung und Dach aufgebaut. „Wir decken im Club fast alle Handwerksbereiche ab und haben Kontakt zu Fachleuten, die wir um Rat fragen können“, versichert Stöver.

Die Arbeiten würden sich noch eine Weile hinziehen. „Wir sind berufstätig und bauen in unserer Freizeit. Das liegt auch am Geld“, sagte Steiner. Die Versicherungssumme und auch großzügige Sach- und Geldspenden hätten den Neuanfang ermöglicht, reichten aber nicht aus, um die Halle komplett zu finanzieren.

So weit, dass wieder in der Halle geschraubt werden kann, wollen die Motorsportfreunde des MSC Moor trotzdem Mitte des Jahres sein – falls das Wetter mitspielt.