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„Einschnitte gering halten“ Keine weiteren Hallen für Flüchtlinge in Ganderkesee

Von Katja Butschbach | 07.10.2015, 20:25 Uhr

Die Gemeinde versucht, Flüchtlinge dezentral oder in größeren Mobilbauten unterzubringen. Auch gemeindeeigene Gebäude werden genutzt.

Größere Mobilbauten und dezentrales Wohnen für Flüchtlinge – und möglichst wenig Einschnitte für Vereine: Nach diesem Grundsatz will die Gemeinde bei der Unterbringung von Flüchtlingen vorgehen. „Turnhallen sind immer die allerletzte Option“, erklärte Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas am Mittwoch.

„In den nächsten Monaten ohne zusätzliche Turnhalle“

Die Prognosen über künftige Flüchtlingszahlen seien zwar „mit Vorsicht zu betrachten“ – Ganderkesee muss laut neuer Quote bis Ende Januar 196 Flüchtlinge unterbringen. „Nach dem aktuellen Stand kommen wir die nächsten Monate aber ohne zusätzliche Turnhallen aus.“

Eine Nutzung der Turnhalle der Grundschule Dürerstraße als Flüchtlingsunterkunft sei somit gegenwärtig „überhaupt kein Thema“. Fachdienstleiterin Sieglinde Jahn: „Wir wollen die Einschnitte für den Sport und das Vereinsleben in der Gemeinde möglichst gering halten.“

Hallen nur für kurzfristige Engpässe

Nach jetzigem Stand, so die Bürgermeisterin, könnten weitere Turnhallen „höchstens für eine kurzfristige Überbrückung von Engpässen für wenige Tage oder Wochen herangezogen werden“. Ob es dazu kommt, ist unklar. „Es wird nicht ohne Abstriche gehen. Aber wenn sich die Pläne der Verwaltung umsetzen lassen und sich die bundesweite Lage einigermaßen stabilisiert, ist die Gemeinde aus heutiger Sicht vergleichsweise gut aufgestellt.“

„Gerüchte sind kontraproduktiv“

Wie die Bürgermeisterin zudem erklärte, können gemeindeeigene Gebäude bei der Flüchtlingsunterbringung nicht generell ausgenommen werden. „Die Gemeinde ist verpflichtet, den hier ankommenden Menschen ein Dach über dem Kopf zu bieten.“ Gerüchte zur Flüchtlingsunterbringung in den Ortsteilen seien kontraproduktiv.

Laut Jahn versucht die Gemeinde auch, auf die gewachsenen sozialen Strukturen Rücksicht zu nehmen. „Bislang gelingt es uns größtenteils noch, betroffenen Vereinen und Gruppen Ersatz anzubieten.“ So planen unter anderem Nutzer des Dorfgemeinschaftshauses Elmeloh ihren Umzug. 

Eine Quote, mit der die Flüchtlinge auf die einzelnen Ortsteile verteilt werden, ist nicht vorgesehen. Entschieden werde danach, ob sich der angebotene Wohnraum oder Standort für Mobilbauten eigne. Allerdings sollen auch nicht einzelne Ortsteile die Hauptlast tragen.