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Einzelhandel gut aufgestellt Klares Gutachter-Nein zu neuem Nahversorger in Ganderkesee

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 19.01.2017, 22:46 Uhr

Laut Marktforschung ist der Einzelhandel in der Gemeinde Ganderkesee gut auf die Ortskerne konzentriert. Ein neuer Nahversorger überhitze die Konkurrenz.

Marktforscherin Katharina Staiger hat gestern im Ausschuss für Gemeindeentwicklung mit Nachdruck davor gewarnt, im Neubaugebiet Bargup in Bookholzberg einen Supermarkt zu platzieren. „Auch ein kleiner Netto macht Millionen-Umsätze“, stellte Staiger klar. CDU-Ratsherr Günther Runge hatte zuvor auf den 800 Quadratmeter großen Netto-Discount in Elmeloh verwiesen, der die Kundschaft seit drei Monaten in Elmeloh mit Waren für den alltäglichen Bedarf versorgt.

Existenzgefährdende Konkurrenz

Bei einer Kundenbefragung würde schnell festgestellt, dass der Netto in Elmeloh Kunden aus Delmenhorst anzieht, so Staiger. Tatsächlich hat der Konzern im Gegenzug zur Neueröffnung knapp hinter der Stadtgrenze den Markt an der Oldenburger Straße in Delmenhorst geschlossen. „Sie schaffen es nicht, jeden Bürger der Gemeinde vor der Haustür zu versorgen“, ist die Gutachterin überzeugt. „Ein Neuer wird Umsatz abziehen“, ergänzte sie – Umsatz der beiden Märkte in der Bookholzberger Ortsmitte und des Edeka-Markts in Schierbrok, dessen Existenzgefährdung gerade erst der Orts- und Heimatverein Schierbrok-Stenum beschrieben hat. „Die Millionen fallen nicht vom Himmel“, sagte die Gutachterin.

1000 Meter bis zum Supermarkt

„Wir brauchen Bestandssicherung für das, was wir haben“, resümierte Marion Daniel (FDP) den Vortrag Staigers über das druckfrische neue Einzelhandelskonzept, der dem kurzen Schlagabtausch vorangegangen war. Die Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) hat das Konzept auf der Grundlage von Bestandsanalysen, Kunden-, Telefon- und Onlinebefragungen und druckfrisch vorgelegt. Die Gutachterin lobte die Entwicklung in den Siedlungsschwerpunkten Ganderkesee und Bookholzberg in den vergangenen Jahren mit Konzentration des Einzelhandels in den Ortskernen. Mit Lebensmittel könnten sich fast alle Bewohner der Siedlungsschwerpunkte im für Marktforscher relevanten 1000-Meter-Umkreis eindecken.

Versorgungslücke bei Drogeriewaren

Für fast alle anderen Branchen gelte, dass Ergänzungen im Bestand oder durch Neuansiedlungen möglich seien. Eine Versorgungslücke machte sie bei Drogeriewaren aus. Staigers Standortvorschlag ist Bookholzberg, wiederum möglichst nah bei Inkoop und Aldi an der Stedinger Straße.