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Einzelhandel in Ganderkesee Ganderkesee hat Stärkung des Einzelhandels im Blick

Von Reiner Haase, Reiner Haase | 08.06.2018, 11:21 Uhr

Ganderkesee Die Einkaufsmeilen in Ganderkesee und Bookholzberg sollen in ein attraktiveres Umfeld eingebettet werden. Umstritten ist die Forderung nach einem Brückenschlag am Bahnhof in

Zu besonderen Anlässen gibt es immer wieder mal regen Andrang auf der Rathausstraße als Einkaufsmeile in Ganderkesee. Der Alltag aber sieht zum Leidwesen der Kaufmannschaft anders aus. Das hat den FDP-Ratsherrn Hans-Jürgen Hespe gestern im Finanz- und Wirtschaftsausschuss des Gemeinderats animiert, den Vorschlag eines direkten Zugangs vom Festplatz, dem großen Parkplatz jenseits der Bahn, endlich ernsthaft anzupacken: „Der direkte Zugang muss dringend sein. Er belebt die Rathausstraße, egal, ob der Zugang über die Bahn weg gebaut wird oder unten durch.“

Bahn zahlt nicht mit

Hespe regte an, eine Universität einzuspannen und einen Ideenwettbewerb auszuschreiben. Christa Linnemann, Wirtschaftsförderin im Rathaus, verpasste Hespes Initiative allerdings einen Dämpfer. „Ich habe mit der Bahn über eine Kostenbeteiligung gesprochen, und das Ergebnis können Sie sich denken.“ Noch klarer stellte sich Arnold Hansen (Freie Wähler) gegen die FDP-Forderung. „Die Abkürzung um 150 Meter verschlingt Riesenmengen von Geld.“ Besser sei es, die Menschen so zu lenken, dass sie den vorhandenen Weg über die Bahn finden.

Schlichte Laternen am Markt

„Quadratisch, praktisch gut“ nannte CDU-Ratsherr Ralf Wessel im Wirtschaftsausschuss die neuen Laternen, die jetzt im Zuge der Umgestaltung des Marktplatzes als Bindeglied zwischen dem Kundenmagneten Famila und den kleinen, oft inhabergeführten Geschäften im Bereich Rathausstraße aufgestellt worden sind. Wessel stellte in Frage, dass die Laternen vom Typ gewöhnlicher Straßenleuchten „wirklich die letzte Lösung“ sein können. „Tagsüber geben die Laternen wirklich nichts her, auch nicht mit Blumenampel“, assistierte Werner Brakmann (SPD). „Wir haben den Fehler gemacht, dass wir uns nicht gekümmert haben“, räumte Brakmann ein.

Viele Schritte zu mehr Attraktivität

Wirtschaftsförderin Linnemann berichtete dem Ausschuss von einer Fülle von schon abgeschlossenen, laufenden und geplanten Projekten, die die Einzelhandelszentren in Ganderkesee und Bookholzberg attraktiver machen sollen. Das Spektrum reicht von Gesprächen mit Eigentümern über schöner bepflanzte Rabatten über möglichst einheitliche neue Bänke und Papierkörbe, die nach und nach ausgewechselt werden, wenn die alten marode sind, bis zu besserer Ausschilderung von Parkplätzen und öffentlich nutzbaren Toiletten. Auf die Parkmöglichkeiten in den Ortszentren werde auch auf der Homepage der Gemeinde hingewiesen, so Linnemann.

Kirchplatz kein Parkplatz

Die Anregung, besser auf Parkplätze auf dem Kirchplatz in Bookholzberg hinzuweisen, soll jedenfalls nicht weiterverfolgt werden. „Dort ist das Parken gar nicht erwünscht, weil der Charakter eines Platzes erhalten bleiben soll“, erläuterte die Wirtschaftsförderin dem Ausschuss. Schon gar nicht an Donnerstagen, wenn dort die Beschicker des noch jungen Wochenmarkts ihre Verkaufswagen aufstellen.