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Einzelhandel in Ganderkesee In Ganderkesee gehen Stagnation und Bewegung Hand in Hand

Von Reiner Haase | 05.10.2018, 09:15 Uhr

Statt Musik gibt es an der Grüppenbührener Straße in Ganderkesee demnächst frisch belegte Baguettes. Ein heruntergekommener Ex-Kiosk an der Rathausstraße trübt den Blick auf den neu gestalteten Markt.

Leerstände, Umzüge, Neuansiedlungen: Im Ortskern von Ganderkesee als Standort für Handel und Dienstleistungen gehen Stagnation und Bewegung Hand in Hand. Timo Vetter, der Vorsitzende des Vereins Gantermarkt, saugt Honig aus der Dynamik: „In der Ortskernentwicklung ist Bewegung drin, und Bewegung ist immer gut.“

Subway kommt Anfang 2019

Zu den guten Nachrichten zählt gewiss, dass Subway die mehr als ein Jahr alte Ankündigung wahr macht, sich in Ganderkesee ein Standbein zu verschaffen. Die Umbauarbeiten im ehemaligen Music Club an der Grüppenbührener Straße beginnen jetzt. „Wir eröffnen das Geschäft im Januar oder Februar“, kündigt Subway-Projektmanager Uwe Leimbach an. Dann gibt es auch in Ganderkesee, wie -zigtausenfach weltweit, die Möglichkeit, verschiedene Baguettesorten und -größen individuell belegen zu lassen.

Marktplatz als Bindeglied

Mit Nachdruck verfolgt Gantermarkt die Absicht, potenziellen Kunden den Übergang vom Famila-Parkplatz über den Marktplatz auf die Einkaufsmeile Rathausstraße schmackhaft zu machen. Es werde in Kürze ein Gespräch mit der Famila-Leitung über Möglichkeiten der Umgestaltung geben. „Mit der Neugestaltung des Marktplatzes sind wir erst einmal zufrieden“, sagt Vetter. Er erwartet, dass jetzt zügig die noch fehlende neue Begrünung kommt. CDU-Ratsherr Ralf Wessel erinnert an seine Forderung, den Platz mit stilvollen Laternen zu beleuchten. „Was da jetzt steht, ist zu schlicht“, urteilt Wessel. Christel Zießler (SPD) hat beobachtet, dass Kinder von den neuen Spielgeräten auf dem Platz begeistert sind.

Klagen über „Schandfleck“

Unisono bezeichnen Vetter, Wessel und Zießler den zwischenzeitlich als Dönerbude genutzten, aber seit Jahren geschlossenen ehemaligen Kiosk an der Ecke Markt/Rathausstraße als „Schandfleck“. Die Rolläden sind geschlossen, die Fassade ist notdürftig geflickt, am Dachvorbau hängt die Farbe in Lappen herab. „Mit dem Ding an der Ecke wird der Markt nicht wirklich schön“, sagt Vetter.

Eigentümer sind gefordert

„Da würde ein kleines Ladenlokal gut hinpassen“, ergänzt Peter Meyer, der Leiter des Fachbereichs Gemeindeentwicklung im Rathaus. Gerne würde er mit dem Eigentümer darüber sprechen. Ein Gesprächsangebot sei aber gar nicht beantwortet worden. „Es handelt sich um Privateigentum, uns sind die Hände gebunden“, stellt Meyer klar. Von sich aus tätig werden könne die Gemeinde allenfalls, wenn von einem verfallenden Gebäude eine Gefahr für die Öffentlichkeit ausginge. Das sei Theorie und wenig erfolgversprechend. „Das kommt einer Enteignung gleich. Das hat es meines Wissens in Ganderkesee noch nicht gegeben“, sagt Meyer. Er stellt klar, dass die Gemeinde den Markt auch in der Absicht umgestaltet hat, die Fantasie und die Bereitschaft der Eigentümer zu Modernisierungen zu beflügeln. Das gelte auch für Leerstände in der Geschäftszeile am Markt.

Zugpferd weiter gesucht

Spruchreif sind innerörtliche Umzüge, die hier für Wiederbelebung und dort für zumindest vorübergehenden Leerstand sorgen. So will der Weltladen von der Ecke Wittekindstraße/Grüner Weg mitten in die Rathausstraße und die Fahrschule Janssen Drive von der Rathausstraße ins ehemalige Uhren- und Schmuckgeschäft Michael am Ring umsiedeln. Und als Pfand für die Ortsentwicklung in näherer Zukunft hat sich die Gemeinde das Haus an der Ecke Markt/Rathausstraße gesichert, das die LzO vor dem Umzug an die Ecke Grüppenbührener Straße/ Grüner Weg genutzt hat. Hier soll publikumsträchtiger Handel einziehen. „Es gibt Interessenten. Es laufen Gespräche. Mehr kann zurzeit nicht gesagt werden“, erklärt Wirtschaftsförderin Christa Linnemann.