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Ende der Ausbildungszeit Verwaltung beim Landkreis nicht nur nach Schema F

Von Dirk Hamm | 26.07.2017, 22:46 Uhr

Am kommenden Dienstag beginnt für Steffen Lindemann ein neuer Abschnitt seines jungen beruflichen Lebens: Ab dem 1. August darf er sich nach dem Vorbereitungsdienst in der Landkreisverwaltung in Wildeshausen Beamter auf Probe nennen.

Läuft alles glatt, dann ist er voraussichtlich in drei Jahren Beamter auf Lebenszeit. Und dass sich der künftige Inspektor bewähren wird, daran besteht für seine Vorgesetzten kein Zweifel: „Mit Steffen Lindemann haben wir eine als Jahrgangsbesten ausgezeichnete Nachwuchskraft in unseren Reihen“, freut sich Erster Kreisrat Christian Wolf.

Von Auszeichnung überrascht

Zwei Drittel seines dualen Studiums mit der Studienrichtung Allgemeine Verwaltung hat Lindemann an der Kommunalen Hochschule für Verwaltung in Hannover absolviert. Kürzlich durfte der 24-Jährige dort nicht nur seine Bachelor-Urkunde entgegennehmen, er wurde auch als einer der drei Besten seines Jahrgangs ausgezeichnet. „Ich war schon leicht überrascht, als ich nach vorne gerufen wurde“, verrät der in Vechta aufgewachsene Oldenburger.

Erste Station im Amt für Arbeit und Soziale Sicherung

Nach abgeschlossener Ausbildung ist die erste Station des jungen Mannes, der Fußball mag und mit Freunden gerne ins Kino geht, das Amt für Arbeit und Soziale Sicherung. Dort befasst er sich mit dem Thema Sozialbestattung, Aufgabe des jungen Beamten wird es sein, im Einzelfall zu prüfen, ob die Voraussetzungen für die Übernahme der Bestattungskosten durch den Landkreis erfüllt sind.

Auch für kniffligere Fälle zuständig

Verwaltung, das ist für Steffen Lindemann alles andere als eine dröge Angelegenheit: „Mich reizen Bereiche, in denen es nicht nach Schema F geht.“ Laut Beate Jüchter fangen auch die Absolventen des dualen Verwaltungsstudiums mit Sachbearbeitung an, aber der schon schwierigeren Art: Betreuung von Klageverfahren etwa oder Ausländerangelegenheiten und ganz allgemein Aufgabengebiete, bei denen zum Teil auch in die Rechte der Bürger eingegriffen werde.

Anwaltsberuf kam nicht infrage

Ein gehöriges Maß an juristischer Fachkompetenz ist da gefragt. Die hat Lindemann sich in Hannover aneignen können, in seinem Studiengang sei der rechtswissenschaftliche Anteil sehr hoch gewesen. Anwalt oder Richter, diese Berufsentscheidung sei für ihn aber nicht infrage gekommen: „Das Aufgabenspektrum in der Kreisverwaltung ist groß, als Anwalt dagegen spezialisiert man sich.“

Fünf der sechs Absolventen bleiben beim Landkreis

Neben Steffen Lindemann haben auch Mareike Schrandt und Laura Westerhoff ihr duales Studium abgeschlossen. Außerdem ist für Nadine Bliefernich, Jana Einemann und Isabel Lameyer die Ausbildungszeit als Verwaltungsfachangestellte zu Ende gegangen. Laut Mitteilung des Kreishauses haben sich fünf der sechs Absolventen entschlossen, beim Landkreis Oldenburg zu bleiben.

In Zukunft werden die Aussichten für den Nachwuchs eher noch besser: „In den kommenden Jahren wird bei uns der Bedarf steigen. Das Durchschnittsalter im Kreishaus ist hoch“, erläutert Jüchter. Generell bildeten die Verwaltungen wieder mehr aus.