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energieunabhängiges Haus In Ganderkesee unabhängig von Strom-, Gas- und Wasserversorgern

Von Thorsten Konkel, Thorsten Konkel | 31.08.2016, 11:24 Uhr

Der Traum von der völligen Unabhängigkeit von Strom-, Gas- und Wasserversorgern: An der Langen Wand in Ganderkesee wird er nicht nur geträumt, sondern seit Jahresbeginn auch gleich in die Tat umgesetzt. In zweieinhalbjähriger Bauzeit hat sich Siegfried Preuß dort den Traum vom energieunabhängigen Wohnhaus selbstverwirklicht. Ganz aufgegangen ist die Rechnung bislang noch nicht.

Zahlenmäßig sind es schon extreme Bedingungen, unter denen der 72-Jährige das von ihm selbst konzipierte und gebaute „Traumhaus“ seit Jahresanfang erprobt. Das erläuterte der Bauherr am Dienstagabend den Mitgliedern der Ganderkeseer Grünen vor Ort. Denn das ursprünglich mit einer Wohnfläche von 184 Quadratmetern für vier bis fünf Personen entworfene Haus beherbergt heute zwei Flüchtlingsfamilien mit insgesamt 13 Personen.

Das sind selbst für die großzügig bemessenen Installationen zu viele Personen, um sie allein mit Elektrizität und Wärme aus Sonnenenergie sowie mit aufbereitetem Regenwasser zu versorgen.

Strom selbst erzeugen

Über 20.000 Kilowattstunden Strom kann Preuß mit seiner Fotovoltaikanlage selbst herstellen. Ein Hausbrunnen und ein wenig zugekaufter Strom fangen nun Verbrauchsspitzen ab. Sonst aber hat sich das Preußsche Konzept, das viele bekannte Energieeinspar- und -erzeugungswege vereint, anstatt sie völlig neu zu erfinden, bewährt: „Das ist keine Hexenkunst, sondern es ist eine Bündelung bewährter aber unkonventioneller Techniken “, machte Michael Sorg deutlich. Der Fraktionsvorsitzende der örtlichen Grünen regte an, vieles davon auch im ganz normalen Wohnbau oder in öffentlichen Bauvorhaben Einzug halten zu lassen. Das wird gewiss nicht immer so leicht sein, wie bei Preuß.

Viel Technik eingebaut

Denn dieser hat sich bewusst für reichlich Technik entschieden. Die treibt zunächst den Preis, bevor die Einsparung beginnt.

Keine Angaben über Kosten

Was das Haus gekostet hat, und wie die Rechnung unterm Strich aussieht, mochte der Bauherr gestern nicht sagen. „Ich bin doch noch mitten in der dreijährigen Erprobungsphase“, entschuldigte er sich. Doch eines hat Preuß längst bewiesen: Innovative, oft als skurril bezeichnete Ansätze für ein neues Wohnen sind umsetzbar, funktionieren und helfen an der Langen Wand auch noch dabei, Flüchtlingsleid zu lindern.