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Entwurf ab Juli online Ganderkeseer können sich aktiv an Verkehrsplanung beteiligen

Von Thomas Deeken, Thomas Deeken | 02.06.2016, 18:28 Uhr

Der Ganderkeseer Verkehrsentwicklungsplan soll ab Juli für sechs bis acht Wochen online präsentiert werden. Bürger sind aufgerufen, die Planung zu ergänzen und eigene Vorschläge zu machen.

Der Ganderkeseer Verkehrsentwicklungsplan soll Ende dieses Jahres oder Anfang des nächsten Jahres fertig sein. Das hat Dr. Rainer Schwerdhelm vom Ingenieurbüro IST in Schortens am Mittwochabend im Ausschuss für Straßen und Verkehr betont. Ab Juli will er auch die Ganderkeseer Bevölkerung mit einbinden, die sich dann online an der Planung für Ganderkesee, Bookholzberg, Schierbrok und Heide beteiligen kann.

Lange Straße und Ring am höchsten belastet

Fabian Roelcke vom Ingenieurbüro hatte zuvor über den Zwischenstand der Planung berichtet und jede Menge Kartenmaterial einschließlich Informationen zur Vorgehensweise des Büros per Beamer an die Wand geworfen. Beauftragt wurde das Unternehmen im Mai des vergangenen Jahres. Daraufhin hatte es Verkehrserhebungen und Befragungen sowie erste Erkenntnisse gegeben – zum Beispiel, dass die Lange Straße und der Ring die am höchsten belasteten Verkehrsbereiche in Ganderkesee seien. Roelcke hatte außerdem den Parkraum genauer untersucht, gemessen an einem Dienstag und einem Samstag, und festgestellt: „Ab 19 Uhr ist relativ wenig los auf den Parkplätzen.“

Kritik an landwirtschaftlichem Durchgangsverkehr

Näher unter die Lupe genommen wurden auch Durchgangsverkehre, Pendlerparkplätze, der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) und Unfallschwerpunkte. Darüber hinaus ging es unter anderem um Radwege, die Ausstattung von Bushaltestellen, Gewerbegebiete und landwirtschaftliche Fahrzeuge. Kommentar von Dr. Reinhold Schütte, Bündnis 90/Die Grünen: „Der Ort Ganderkesee leidet unter dem landwirtschaftlichen Durchgangsverkehr. Das ist ein großer Kritikpunkt aus der Bevölkerung.“ Christel Zießler (SPD) ergänzte: Viele Lastwagen und landwirtschaftliche Fahrzeuge würden trotz Durchfahrtsverbot „über die Straßen donnern“. Das müsse besser überwacht werden.

Rund 4000 Daten werden eingepflegt

Bewertungen und Empfehlungen konnten Schwerdhelm und Roelcke im Ausschuss noch nicht abgeben. Sie sollen aber folgen, sobald alles fertig ist. Das heißt: Bis Juli sollen die mehr als 4000 Daten eingepflegt sein. Danach können sich die Bürger beteiligen. Peter Meyer, Fachbereichsleiter Gemeindeentwicklung, will den genauen Zeitpunkt noch mitteilen und die Pläne sechs bis acht Wochen online auslegen. Laut Schwerdhelm geht es einerseits um Kartenmaterial mit Ergänzungs- oder Änderungsmöglichkeiten seitens der Bürger, andererseits um ein Textfeld für eigene Anregungen. Alle Hinweise sollen anschließend ausgewertet und in die Gesamtplanung mit einbezogen werden.