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Erfolgreich mit der eigenen Tagespflege– Kapazitäten der „SenioriTa“ sind ausgeschöpft Mut zur Selbstständigkeit

Von Alexander Schnackenburg | 14.08.2015, 18:30 Uhr

Der Schritt in die Selbstständigkeit kann sich auch im mittleren Alter noch lohnen. Das beweisen Heike Arnecke und Susanne Kodanek mit der „SenioriTa – Tagespflege & Betreuungs GmbH“.

Für Noemí Fernández Sánchez, Projektleiterin im RKW-Kompetenzzentrum in Eschborn, sind Heike Arnecke und Susanne Kodanek aus Ganderkesee „Musterbeispiele“: Musterbeispiele dafür, dass es nicht nur mutig ist, sondern auch sinnvoll, wenn sich Menschen mittleren Alters entschließen, ein Unternehmen zu gründen – vielleicht selbst dann, wenn sie dafür ein Angestelltenverhältnis aufgeben müssen. Auf Wunsch des RKW (Rationalisierungs- und Innovationszentrums der Deutschen Wirtschaft) berichtet Arnecke auf der Existenzgründer-Seite „www.gruenderoekosystem.de“ angehenden Gründern aus ganz Deutschland von ihrem Schritt in die Selbstständigkeit.

Kapazitäten der „SenoriTa“ in Ganderkesee sind ausgeschöpft

Arnecke und Kodanek haben vor sieben Jahren in Ganderkesee die „SenioriTa – Tagespflege & Betreuungs GmbH“ eröffnet, schließlich sogar, nach ihrer Startphase Am Fuchsberg, ein Haus im Ganderkeseer Privatweg gekauft, um ihre Leistungen in einer eigenen Immobilie anbieten zu können. Es läuft. Täglich 19 Gäste, Männer wie Frauen, nutzen das Angebot der beiden. Damit sind die Kapazitäten der „SenioriTa“ erschöpft. Arnecke und Kodanek führen eine Warteliste für neue Gäste.

Gesetzesnovelle leistet Initialzündung für Tagespflege in Ganderkesee

Schon 1993, nach der Ausbildung zur Pflegedienstleiterin, habe sie von der Selbstständigkeit geträumt, blickt Heike Arnecke zurück. Statt sich aber selbstständig zu machen, leitete sie zunächst in Bremen eine Pflegeeinrichtung. Im Juli 2008 sei es dann zu der entscheidenden Gesetzesnovelle gekommen: Seither fördern die Pflegekassen die Tagespflege – die Initialzündung für Arnecke. Nur ein halbes Jahr später eröffnete sie die „SenioriTa“.

Tagespflege von Heike Arnecke und Susanne Kodanek ist Bereicherung

„Am Anfang war es schwer, Gäste zu finden“, sagt sie. Denn Ende 2008 seien Tagespflegekonzepte noch kaum bekannt gewesen. Auch habe manch Pflegedienst zunächst gedacht, dass Arnecke und Kodanek ihnen das Wasser abgraben wollten. Erst nach und nach habe sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass es sich bei der Gesetzesnovelle sowie den daraus resultierenden Tagespflegeeinrichtungen wie der „SenioriTa“ um eine Bereicherung für die Gesellschaft handele: „Viele Menschen können länger zu Hause bleiben, ehe sie ins Pflegeheim müssen“, erklärt Arnecke. Auch könnten ihre Angehörigen dank der Tagespflege weiterhin ihrem Beruf nachgehen.

Singen, basteln und spielen in der „SenioriTa – Tagespflege & Betreuungs GmbH“ in Ganderkesee

Die „SenioriTa“ betreut Gäste aller Pflegestufen, vor allem solche mit demenziellen Erkrankungen. Je nach ihren Möglichkeiten spielen Arneckes und Kodaneks Gäste Brett- und Kartenspiele, tanzen, singen und basteln miteinander. Beliebt, so Arnecke, sei auch das gemeinsame Zeitungslesen sowie hin und wieder ein Ausflug.